Auf dem Highway 1 durch den Norden Kaliforniens

“Skunk” heißt Stinktier. So nannte man früher den alten Dampfzug, dessen Gestank ihn bereits weit vor dem Geräusch ankündigte. Heute liegen noch immer Schienen idyllisch zwischen den Mammutbäumen, auf denen man im historischen Zug fahren kann. Oder aus eigener Kraft – mit sogenannten Railbikes. Die werden mit Pedalen wie ein Fahrrad angetrieben. Was anstrengend klingt, ist nicht so schlimm: Die Vierräder sind mit Elektromotoren ausgestattet.

Ein Relikt aus alten Zeiten: Die Schienen in Kalifornien erinnern an ein altes Stinktier: den Dampfzug. (Quelle: Verena Wolff/dpa-tmn-bilder)

Die Straße der Baumgiganten

Je weiter nach Norden die Fahrt auf dem Highway 1 geht, umso markanter werden die typischen Bäume in der Gegend, die Redwoods. Zu sehen sind sie von San Francisco bis nach Humboldt County kurz vor der Grenze zu Oregon.

Entlang der Avenue of the Giants, einer kurvigen Straße durch den Wald der Redwoods, ist es meist still, nur der Wind ist zu hören. Die Sequoia sempervirens, wie die Küstenmammutbäume in der botanischen Fachsprache heißen, verzweigen sich erst hoch oben und formen ein Nadeldach. Und manchmal fällt ein Ast auf die Straße.

Dann ist Justin Legge ganz aus dem Häuschen. “Hier macht die Natur, was sie will”, sagt der Naturführer. “Das passiert ja nicht mehr so oft.” Fast jeden Tag ist er irgendwo an der Avenue im Wald, oft mit einer Gruppe gestresster Städter, um mit ihnen das Waldbaden zu zelebrieren. Bäume umarmen, sagen manche abfällig dazu.

“Aber das ist es nicht”, sagt Legge. Schließlich sei es wissenschaftlich erwiesen, dass der Wald gut für den Menschen ist. Und die Redwoods sind es ganz besonders. Vor allem, wenn es im Sommer in Kalifornien heiß wird, ist das Klima im Wald gleichbleibend angenehm. Und die Mammutbäume sind einfach beeindruckend.

Als die Riesen abgeholzt wurden

Die Bäume seien einzigartig, sagt Legge. Aber sie sind auch Diven. Diese Art wächst etwa von San Francisco bis an die Grenze zu Oregon. Allerdings nicht zu nah am Pazifik, denn das Salzwasser würde sie zerstören. Allzu heiß mögen sie es auch nicht.

Vor etwa 150 Jahren haben die riesigen Bäume einige Menschen sehr reich gemacht. Sie wurden wälderweise abgeholzt, um damit zu bauen: Häuser, Möbel, sogar Wassertanks. Allerdings, sagt Legge, sei dieses rote Holz nicht besonders gut zum Bauen geeignet. Zu weich.

Wer an der Avenue of the Giants angekommen ist, hat den Highway 1 bereits hinter sich gelassen – 30 Meilen zuvor, bei Leggett, geht er wieder in den Highway 101 über. Aber kurvig bleibt die Straße durch den imposanten Wald. Kurvig und abenteuerlich.

Highway 1: Einreise und Reisezeit

Reiseziel: Der Highway 1 führt von Dana Point in der Nähe von Los Angeles bis nach Leggett im Mendocino County, wo er zum Highway 101 wird. Von der Golden Gate Bridge bis zum Übergang nach Oregon sind es 418 Meilen oder 673 Kilometer.

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