Reiche besucht PCK-Raffinerie
Katherina, die Zuversichtliche
11.05.2026 – 17:48 UhrLesedauer: 3 Min.

Die PCK-Raffinerie in Schwedt produziert Diesel, Benzin und Kerosin für den Nordosten Deutschlands. Weil kein Öl aus Kasachstan mehr ankommt, machten sich zuletzt viele Sorgen. Wirtschaftsministerin Reiche verbreitet Zuversicht.
Lange, silbrige Rohre, große, bauchige Tanks, zwischendurch ein paar hohe Backsteinschlote und am Horizont eine Gasflamme, weit oben auf einem Metallgerüst: Mehr Industrie, mehr harte, schwere, echte Wirtschaftswelt geht nicht für Katherina Reiche (CDU) an diesem Montagmorgen.
Die Bundeswirtschaftsministerin, aktuell vor allem zuständig für Energie, hat Berlin zum Wochenstart gen Nordosten verlassen. Im brandenburgischen Schwedt, unweit der Grenze zu Polen, besucht sie einen Ort, der schon für ihren Vorgänger Robert Habeck (Grüne) eine große Rolle gespielt hat: die PCK-Raffinerie, in der Benzin, Diesel, Kerosin und Heizöl für den Norden und Osten Deutschlands hergestellt werden.
Zu Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine rückte sie erstmals bundesweit in den Fokus. Von einem Tag auf den anderen blieben die russischen Öllieferungen aus, die mehr als 1.000 Mitarbeiter bangten um ihre Jobs. Bei vielen hängengeblieben von damals ist der Anblick Habecks, wie er bei einer Betriebsversammlung auf einem Tisch stand und versuchte, den Angestellten ihren Angst vor dem Aus zu nehmen.
Dass Reiche heute, knapp vier Jahre später, in Schwedt ist, zeigt einerseits: Dieses Aus haben der Bund und die Gesellschafter der Raffinerie mit vielen Anstrengungen abgewendet. Andererseits: Gänzlich rund läuft es weiterhin nicht für das Unternehmen. Wieder stellen sich mit Blick auf PCK existenzielle Fragen: Wie geht es weiter, jetzt, wo Russland die Durchleitung kasachischen Öls durch die Druschba-Pipeline gekappt hat? Drohen doch wieder Entlassungen? Und: Geht dem nahen Hauptstadtflughafen BER das Kerosin aus, weil Schwedt die Produktion drosseln muss?
Reiche: Beschäftigungsgarantie bis Jahresende
Reiche tritt all diesen Sorgen am Montag mit demonstrativer Zuversicht und Gelassenheit entgegen. Es wird viel gelächelt, genickt, noch mehr gelächelt, trotz regnerischen Wetters. Und Reiche hat auch ein paar handfeste, gute Botschaften im Gepäck, nachdem sie zunächst mit Brandenburgs Ministerpräsident einen dicken Förderscheck über 350 Millionen Euro zum Bau einer Produktionsstätte für synthetisches Kerosin überreicht hat:
Der Bund werde die Jobs der PCK-Mitarbeiter bis Jahresende absichern, sagt Reiche: „Ich habe zusammen mit dem Bundesministerium der Finanzen und dem Kanzleramt besprochen, dass wir diese Garantie noch einmal verlängern.“ Außerdem liefen die Gespräche mit der polnischen Regierung „wirklich gut“, so die Ministerin. Geht alles glatt, könnten deshalb schon bald große Mengen Rohöl, das am Hafen von Danzig anlandet, über eine Zuleitung in das letzte Stück der Druschba-Pipeline fließen und so nach Schwedt gelangen. Hinzu kämen zusätzliche Lieferungen über den Rostocker Hafen, der ebenfalls mit einer kleinen Leitung direkt an die Raffinerie angeschlossen ist.
