
Villa Borsig statt Schloss Meseberg
Merz bricht mit Merkels Lieblingsort
Aktualisiert am 13.02.2026 – 09:24 UhrLesedauer: 3 Min.
Altkanzlerin Merkel nutzte den Ort für Kabinettsklausuren und historische Beschlüsse. Nun gibt der Bund Schloss Meseberg auf – aus diesem Grund.
Kanzlerin Angela Merkel liebte Schloss Meseberg vor den Toren Berlins, Berichterstatter fürchteten eher die schlechte Mobilfunkverbindung. Nun gibt die Bundesregierung Schloss Meseberg in Brandenburg nach 20 Jahren als ihr offizielles Gästehaus auf.
Mit der Messerschmitt-Stiftung als Vermieterin sei jetzt vereinbart worden, den Vertrag ab Februar 2027 auslaufen zu lassen, teilte ein Regierungssprecher Stefan mit. Die Nutzung des Schlosses sei zuletzt sehr zurückgegangen. Als problematisch habe sich dabei auch die deutliche Entfernung zum Berliner Regierungsviertel erwiesen – das Schloss liegt rund 70 Kilometer nördlich der Hauptstadt.
Jetzt kommt das Aus. Die mit Betrieb und Unterhalt verbundenen Aufwendungen stünden so nicht mehr in einem angemessenen Verhältnis zum Mehrwert der Liegenschaft für repräsentative Veranstaltungen, erläuterte der Regierungssprecher. Künftig sollten hochrangige Veranstaltungsformate an verschiedenen Orten oder in einem neuen Veranstaltungsbereich im Erweiterungsbau des Kanzleramts stattfinden, der voraussichtlich Ende 2028 fertiggestellt werden soll.
Die Stiftung hatte das Schloss zum symbolischen Preis von einem Euro an die Bundesregierung vermietet, der Vertrag soll im Januar 2027 enden. Die Bewirtschaftungskosten von Schloss Meseberg lagen im vergangenen Jahr aber bei rund einer Million Euro, wie eine Regierungssprecherin auf Anfrage mitteilte. Hinzu kamen Personalkosten von einer halben Million Euro und Kosten für die Bewachung durch die Bundespolizei von 3,8 Millionen Euro.
Nico Zehmke, Amtsdirektor des Amtes Gransee, zu dem Meseberg gehört, zeigte sich überrascht von der Entscheidung. „Über mehr als zwei Jahrzehnte war Schloss Meseberg Ort staatlicher Repräsentation. Eine derart lange Nutzung schafft eine besondere Verbindung“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Kontinuität und Verantwortung ließen sich nicht nur in wirtschaftlichen Kennziffern abbilden. „Verloren geht vor allem eine besondere Form staatlicher Präsenz.“ Für die Region bedeute das weniger Aufmerksamkeit. Er hoffe trotz knapper Finanzen, „dass vielleicht gemeinsam mit dem Land Brandenburg und dem Eigentümer eine tragfähige Perspektive entwickelt werden kann“.