Rechtsextremist Martin Sellner feiert „historischen Moment“ mit der AfD

„Remigration“ ist dabei der zentrale Begriff, auf den Sellner sich seit Jahren versteift und den er europaweit propagiert. Der stammt eigentlich aus der Wissenschaft, Sellner aber nutzt ihn seit Jahren für ein politisches Konzept, das Menschen mit Migrationshintergrund den Kampf ansagt: Sie sollen massenhaft abgeschoben und verdrängt werden, aus Deutschland, aus Österreich, aus Europa. Ins Visier nimmt Sellner dabei nicht nur Ausländer, sondern auch Staatsbürger mit Wurzeln im Ausland – Menschen also, die in Deutschland zu Hause sind. Das Bundesverwaltungsgericht befand im Herbst letzten Jahres: Sellners Remigrationskonzept, wie er es in Videos auf der Homepage des „Compact“-Magazins mehrfach erklärte, verstoße gegen die im Grundgesetz verbriefte Menschenwürde. Weil es deutschen Staatsbürgern „elementare staatsbürgerliche Rechte vorenthalte“ und diese so zur Ausreise bringen wolle.

In der AfD hat Sellner dennoch oder gerade deswegen viele Fans. Kotré zählt dazu, aber auch der Thüringer Landeschef Björn Höcke, die Brandenburger Spitzen René Springer und Christoph Berndt oder der bei der Jugend einflussreiche Bundestagsabgeordnete Matthias Helferich. An diesem Donnerstagabend aber ist es Kotré, die in der Werbung für Sellner so weit geht wie kein anderer AfD-Politiker zuvor.

Die AfD-Politikerin postete vor rund zwei Wochen die Ankündigung zu einer Veranstaltung mit Sellner – eigentlich im AfD-Wahlkreisbüro ihres Mannes, dem AfD-Bundestagsabgeordneten Steffen Kotré, in einem anderen Ort in Brandenburg, und lud die Presse dazu ein. Die meldete sich breit an zu dem Tabubruch, der da noch auf dem Ticket der Partei laufen sollte.

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