Wiesbaden
Razzia bei Streamingplattform für russisches Fernsehen
Aktualisiert am 24.03.2026 – 18:47 UhrLesedauer: 2 Min.
Es geht um Steuerhinterziehung in großem Stil. Laut „Spiegel“-Berichten wird in Deutschland gegen einen Streaminganbieter für russisches Fernsehen ermittelt.
Etwa 150 Beamte haben am Dienstag die Firmenzentrale eines deutschen Streaminganbieters in Wiesbaden durchsucht. Das berichtete der „Spiegel“. Dabei soll es sich laut dem Bericht offenbar um die Firmen Kartina.tv und die Kartina Digital GmbH handeln. Sie haben sich auf die Verbreitung russischsprachiger und osteuropäischer Fernsehsender im Ausland spezialisiert.
Bei den Durchsuchungen seien offenbar Ermittler der Steuerfahndung, des Bundeskriminalamts sowie der Bundes- und Landespolizei im Einsatz gewesen, berichtete der „Spiegel“. Leiterin der Ermittlungen soll die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main sein.
Deren Sprecher, Oberstaatsanwalt Dominik Mies, soll in dem Magazin bestätigt haben, dass am Dienstag Durchsuchungen an mehreren Geschäfts- und Privatadressen im Großraum Wiesbaden und Worms stattgefunden hätten. Detaillierte Angaben zu den Firmen oder den Personen soll er dem Bericht zufolge nicht gemacht haben.
Laut Mies gebe es mehrere Verfahren wegen des Verdachts der schweren Steuerhinterziehung. Konkret richteten sich die Ermittlungen demnach gegen die Verantwortlichen zweier Wiesbadener Medienunternehmen. Ihnen werde vorgeworfen, unter Nutzung diverser Offshore-Gesellschaften Steuern in Millionenhöhe hinterzogen zu haben, so der Sprecher. Es seien mehrere Durchsuchungsbeschlüsse vollstreckt und Vermögenswerte gesichert worden, führte Mies aus.
Kartina ist ein deutscher Streaminganbieter, der sich an russischsprachige Personen in Deutschland und anderen westlichen Ländern richtet. Er überträgt osteuropäische TV-Sender aus Russland, der Ukraine, Georgien und weiteren Ländern.
Die Plattform machte zuletzt 2018 Schlagzeilen. Damals war durch Recherchen des ZDF bekannt geworden, dass Kartina kurz vor der Bundestagswahl 2017 in russischsprachigen Sendern Werbung für die AfD gesendet hatte. Sie habe auf russischsprachige Wähler abgezielt, hieß es.
