Rathaus lehnt Treffen mit Investor ab

Zettel-Panne

Eisbachwelle bleibt still – interne Rathaus-Notiz sorgt für Wirbel

30.01.2026 – 05:35 UhrLesedauer: 2 Min.

Ein Surfer auf dem Eisbach in München (Archivbild): Bis vor mehr als 100 Tagen sah die Eisbachwelle noch so aus und begeisterte Surfer aus aller Welt. (Quelle: Peter Kneffel/dpa/dpa-bilder)

Die Eisbachwelle ist seit Oktober kaputt. Ein Unternehmer bietet eine halbe Million Euro. Doch eine versehentlich verschickte Notiz sorgt für Verwunderung.

Die weltberühmte Eisbachwelle im Englischen Garten ist seit mehr als 100 Tagen außer Betrieb. Bei Reinigungsarbeiten im Oktober wurde zu viel Kies aus dem Bachbett entfernt. Der Münchner Unternehmer Aljoscha Lubos (34) will helfen – doch eine Panne im Rathaus offenbart: Das Büro von Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) kann oder will ihn nicht empfangen.

In der Empfangsbestätigung per Mail fand sich versehentlich eine interne Notiz: Auf einem gelben Post-it-Zettel stand „Termin vereinbaren? ja/nein“ – das „nein“ war eingekreist. „Warum entscheiden sie, mir keinen Termin zu geben, tun dann aber so, als würde ich so schnell wie möglich eine Antwort bekommen?“, kritisiert Lubos. „Das nenne ich fadenscheiniges Verschleppen.“

Das Rathaus wies die Kritik zurück. Eine Sprecherin erklärte, die Ablehnung beziehe sich nur auf die vier vorgeschlagenen Termine – der Oberbürgermeister habe zu diesen Zeitpunkten bereits andere Verpflichtungen. Man befinde sich in der internen Abstimmung über das Anliegen, berichtet die „Abendzeitung“.

Der Unternehmer wirft Reiter trotzdem vor, die Lösung bis zur Kommunalwahl am 8. März verzögern zu wollen: „Ich finde es skandalös, wie der Oberbürgermeister mit Verwaltungstricks Zeit schindet, anstatt per Machtwort schnell für eine funktionierende Welle zu sorgen.“

Lubos will als Pächter eine Betreibergesellschaft gründen, bauliche Verbesserungen vornehmen und Rettungsschwimmer einsetzen. Eintrittsgelder lehnt er ab. Die Welle steht seit einem tödlichen Surf-Unfall im Frühjahr 2025 unter verschärfter Beobachtung. Das nächste Krisentreffen ist für den 6. Februar geplant.

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