Raimund nach Skisprung-Abbruch wegen Schneechaos sauer

Aktualisiert am 16.02.2026 – 22:58 UhrLesedauer: 3 Min.

Philipp Raimund: Er sprang bei den schwierigen Bedingungen im Schnee 136 Meter weit. (Quelle: IMAGO/GEPA pictures/ Matthias Trinkl/imago-images-bilder)

Es sah so aus, als könnte Deutschland eine Medaille im Super Team holen. Doch dann wird der Wettbewerb wegen Schneechaos abgebrochen. Es herrscht Frust.

Aus Predazzo berichtet Melanie Muschong

Der letzte Wettbewerb der deutschen Skispringer in Predazzo endet im Schneechaos ohne Edelmetall. Und das denkbar knapp mit 0,3 Punkten Rückstand auf die drittplatzierten Norweger. Nachdem es während des dritten Durchgangs heftig zu schneien angefangen hatte, wurde der Wettbewerb um 21.03 Uhr abgebrochen – dabei waren nur noch drei Springer oben. Es zählte die Wertung, die nach dem zweiten Durchgang feststand: Österreich vor Polen und Norwegen. Das deutsche Duo, bestehend aus Andreas Wellinger und Philipp Raimund, landete nur auf dem vierten Rang.

Für Deutschland „bitter“, wie DSV-Sportdirektor Horst Hüttel bilanzierte. Er zeigte in der Mixed Zone kein Verständnis für die Entscheidung des Abbruchs. „Ich bin richtig sauer, weil es keiner von uns versteht“, so Hüttel rund 40 Minuten nach dem Abbruch. Als er weitersprach, war bereits keine Schneeflocke mehr am Himmel zu sehen: „Alle Wetter-Apps haben angezeigt, dass nach 10 Minuten der Schneefall aufhört.“ Diese Wetter-App müsse auch der Internationale Skiverband Fis haben. „Ich verstehe nicht, dass man nicht so eine gewisse professionelle Besonnenheit hat, um diese zehn Minuten noch abzuwarten. Ich bin einfach wütend, dass man allen Beteiligten nicht die Chance gegeben hat, hier diesen Wettkampf zu Ende zu bringen.“

Auch Raimund war wütend. Er sagte auf t-online-Nachfrage: „Ich fühle mich nach heute nicht so happy. Ich bin sehr unglücklich. Jetzt, nachdem ich gesagt habe, dass eine 15-minütige Pause auch möglich gewesen wäre, realisiere ich, dass sie es auch einfach hätten machen können. Ich weiß nicht, was das Problem ist. Es kotzt mich ehrlich gesagt richtig an.“

Bundestrainer Stefan Horngacher betonte, dass Raimund „brutal“ gesprungen sei und eine „saustarke“ Leistung gezeigt habe. Vor allem der letzte Sprung im Schnee sei sehr gut gewesen. Horngacher führte aus: „Dann ist leider Schneefall gekommen. Leider der Wind aufgefrischt. Leider die Jury, die es nicht in den Griff bekommen hat.“ Der Bundestrainer betonte, dass er nicht wisse, warum. „Es wäre nicht so schwer gewesen, hier schneller durchzufahren oder eine kurze Pause einzulegen und zu warten, bis der Schnee weg ist“, so Horngacher weiter. Der Abbruch habe die „endgültige Chance“ gekostet.

Auf die Frage an Hüttel, ob er sich betrogen fühle, sagte er: „Betrogen weißich nicht. Ich glaube nicht, dass es vorsätzlich war. Das will ich keinem unterstellen. Es ist einfach schlecht gearbeitet. Miserabel, schlecht gearbeitet.“ Hüttel regte sich zudem auf, dass während der Beratungszeit der Fis kein Vorspringer die Schanze hinuntergesprungen sei, um die Spur frei vom Schnee zu halten. „Es ist vollkommen klar, dass dann die Spur feucht wird“, so Hüttel. Bei einem normalen Weltcup müssten 12 Vorspringer parat stehen. An diesem Montagabend sei laut Hüttel keiner oben gewesen. All das seien Dinge, die ihn „wütend machen“.

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