
Meerwalnuss breitet sich aus
Invasive Quallen bedrohen Venedig
30.01.2026 – 04:16 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Meerwalnuss breitet sich zunehmend in der Lagune von Venedig aus. Italienische Forscher warnen vor einer Bedrohung des lokalen Ökosystems.
Sie steht auf der Liste der 100 invasivsten Arten: die Meerwalnuss, eine Quallenart, die sich gerne auch in der Nähe von Lagunen aufhält. In der Adria ist sie schon lange bekannt, doch jetzt breitet sie sich auch in der Stadt Venedig aus. Dort bedroht sie das Ökosystem, wie italienische Forscher berichten. Sie stammt ursprünglich aus den küstennahen Gewässern des westlichen Atlantiks, speziell von der Ostküste Nord- und Südamerikas
In der Studie „Chronik eines Eindringlings: die ökologische Nische der Mnemiopsis leidyi in der Lagune Venedigs“ beschreiben Wissenschaftler der Universität von Padua und des Nationalen Instituts für Ozeanografie, wie sich die Quallen ausbreiten. Begünstigt wird das Eindringen auch durch den Klimawandel.
Die Spezies, die zu den Rippenquallen gehört, ist schon jetzt ein Ärgernis für Fischer, weil sie die Netze verstopfen. Die Lebewesen können aber auch Lagunenbewohnern gefährlich werden, weil sie Eier und Larven von Fischen sowie Plankton fressen. Diese sind wichtige Bestandteile des Ökosystems.
„Obwohl die Dynamik dieser Art in anderen Teilen der Welt untersucht wurde, sind die Informationen über mediterrane Lagunen – die sich durch starke räumliche und saisonale Schwankungen der Umweltbedingungen auszeichnen – noch immer begrenzt“, erklärt Filippo Piccardi, Erstautor der Studie und Forscher an der Universität Padua.
Die Wissenschaftler haben die Ausbreitung zwei Jahre lang beobachtet und dabei herausgefunden, dass die Zunahme von den Jahreszeiten abhängt. Im späten Frühjahr und zwischen Spätsommer und frühem Herbst gebe es eine massive Quallenblüte. Zu diesen Zeitpunkten seien die Wassertemperaturen hoch und der Salzgehalt für die Eindringlinge optimal.
Zum Überleben brauchen die Quallen die optimalen Bedingungen aber nicht. Die Forscher fanden heraus, dass sie bei Temperaturen zwischen 10 und 32 Grad sowie starken Schwankungen im Meersalzgehalt existieren können.
Die Studie geht davon aus, dass der fortschreitende menschengemachte Klimawandel zunehmend günstige Umweltbedingungen für die Quallen schaffen könnte. Das könnte zu einer Zunahme und damit zu einem erhöhten Risiko von Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem der Lagune in Venedig führen. Die Forscher fordern eine gezielte Überwachung in Verbindung mit adaptiven Managementstrategien für das Vorkommen dieser Art.