Prozess in München
Holocaust-Leugner soll zum Mord an Juden aufgerufen haben
07.09.2026 – 15:22 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein 71-Jähriger soll den Holocaust geleugnet und zu Gewalt gegen Juden aufgerufen haben. Nun hat ein neuer Prozess gegen den bereits verurteilten Mann begonnen.
Vor dem Landgericht München II hat ein neuer Prozess gegen einen bereits wegen Holocaust-Leugnung verurteilten Mann begonnen. Der 71-Jährige aus Tutzing (Landkreis Starnberg) soll unter anderem den Holocaust als „groteskes Märchen“ bezeichnet und behauptet haben, hinter dem Anschlag auf das World Trade Center und der Corona-Pandemie steckten jüdische Angriffe. Außerdem rief er laut Anklage zum Mord an Juden auf.
Nachdem YouTube den Mann wegen früherer Strafverfahren und einschlägiger Verurteilungen gesperrt hatte, soll er unter anderem auf Telegram Verschwörungsmythen verbreitet haben. Dabei soll er den Mord an sechs Millionen Juden durch das NS-Regime geleugnet und tödliche Gewalt gegen Menschen jüdischen Glaubens befürwortet und gefordert haben.
Angeklagter vor Gericht mit Handschellen gefesselt
In der seitenlangen Anklage werden zahlreiche Gewaltaufrufe, antisemitische Beschimpfungen und Verschwörungsmythen aufgeführt, die der 71-Jährige verbreitet haben soll. Während der Verlesung seiner mutmaßlichen Äußerungen nickte der Angeklagte mehrfach oder hob den Daumen. Seine Hände waren mit Handschellen an einem Gürtel befestigt. Der Mann soll in der Vergangenheit auch wiederholt den Hitlergruß gezeigt haben.
In seinem Podcast soll er laut Anklage dazu aufgerufen haben, Juden zu jagen und zu „neutralisieren“. Sie „verdienen es nicht, am Leben zu bleiben“, soll er demnach gesagt haben. Zudem habe er es begrüßt, Juden „aufzuspüren und zu töten“, und eine „totale Ausrottung“ gefordert. Den Holocaust soll er als Aberglauben bezeichnet und zugleich bedauert haben, dass bei dem historisch belegten Massenmord nicht alle Juden getötet worden seien.
Urteil könnte Ende Oktober fallen
Die Generalstaatsanwaltschaft München wirft dem 71-Jährigen unter anderem in Dutzenden Fällen Volksverhetzung sowie das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen vor. Auch während des Prozessauftakts verbreitete er seine Verschwörungstheorien und sprach von einer „Inquisition“ gegen ihn. Das Gericht hat zehn Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil könnte am 21. Oktober gesprochen werden.
