Nach harter Forderung der Staatsanwaltschaft

Auch Verteidigung will Haftstrafe im Høiby-Prozess


Aktualisiert am 19.03.2026 – 15:37 UhrLesedauer: 2 Min.

Marius Borg Høiby ist in 40 Punkten angeklagt. (Archiv) (Quelle: Vegard Wivestad Grott/NTB SCANPIX/EPA/dpa/dpa-bilder)

Vergewaltigung, Missbrauch, Drogen: Der Prozess gegen Marius Borg Høiby brachte viele schwerwiegende Vorwürfe ans Licht. Doch seine Anwälte fordern Milde.

Fast sieben Wochen lang sind in Oslo über Dutzende Vorwürfe gegen den ältesten Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit verhandelt worden. Am Donnerstag lieferte die Verteidigung von Marius Borg Høiby ihr Plädoyer ab. Letztlich forderte Ellen Holager Andenæs 1 Jahr und 6 Monate Haft.

„Ich denke, dass die Gesamtstrafe für die eingeräumten Taten – unter Berücksichtigung der von der Staatsanwaltschaft dargelegten Grundsätze zur Bewertung mehrerer Straftaten – im Bereich von etwa einem Jahr und sechs Monaten liegt. Dabei gehe ich davon aus, dass auch die Verkehrsverstöße und die kleineren Delikte das Strafmaß etwas nach oben ziehen“, begründete sie die Entscheidung.

Die geforderte Strafe setzt sich wie folgt zusammen: Für die Gewaltnacht am 4. August 2024, in der er seine Ex-Freundin attackiert haben soll, forderte sie eine Haftstrafe von etwa acht Monaten. Für Drogendelikte wiederum etwa zehn Monate.

Schon zuvor hatte Verteidiger Petar Sekulic versucht, Høibys Weste möglichst reinzuwaschen. „Es gibt keine Beweise, die dafür sprechen, dass Marius für die Vergewaltigungen verurteilt werden kann“, sagte er der Zeitung „Verdens Gang“ zufolge am Donnerstag. „In keinem der vier Fälle.“ Die Verteidigung sieht es demnach nicht als erwiesen an, dass Marius Borg Høiby vier Frauen vergewaltigt hat, und auch die Videos von den Taten seien keine eindeutigen Beweise.

Außerdem verlangte die Anklage ein zweijähriges Kontaktverbot gegenüber einer Ex-Freundin, die norwegische Medien nach dem gleichnamigen Osloer Stadtteil „Frogner-Frau“ nennen. Ein Vorfall in ihrer Wohnung hatte die Ermittlungen gegen Mette-Marits Sohn im August 2024 ins Rollen gebracht. Auf sie beziehen sich 20 der 40 Anklagepunkte. Die Frau sowie eine weitere Ex-Freundin werfen Høiby unter anderem häusliche Gewalt vor.

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