Mordfall Fabian

Video bringt Gina H. in Erklärungsnot


Aktualisiert am 07.08.2026 – 17:43 UhrLesedauer: 3 Min.

Gina H. während des Prozesses: Sie soll den achtjährigen Fabian mit sechs Messerstichen getötet haben. (Quelle: Bernd Wüstneck/SchwarckMedia)

Am 21. Prozesstag im Mordfall Fabian löst ein Video von Gina H. Wirbel aus. Ihr Verteidiger äußert sich dazu – und macht eine Ankündigung.

Vor dem Landgericht Rostock ist am Freitag der 21. Prozesstag im Fall des getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow zu Ende gegangen. Gehört wurden mehrere Zeugen, darunter die Großmutter des Jungen mütterlicherseits.

Gina H. wird vorgeworfen, den kleinen Fabian am 10. Oktober vorigen Jahres mit sechs Messerstichen heimtückisch ermordet zu haben. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft wollte sie damit einen Streitpunkt mit Fabians Vater aus dem Weg räumen, der sich zwei Monate zuvor von ihr getrennt hatte. Mittlerweile sind die beiden wieder ein Paar – und Fabians Vater ist nach eigenen Worten von der Unschuld der Angeklagten überzeugt. Für Gina H. gilt die Unschuldsvermutung.

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Mordfall Fabian: Gina H. soll Pferd geschlagen haben

Aufsehen im Saal des Landgerichts löste laut Berichten von „Stern“ und „Bild“-Zeitung ein abgespieltes Video aus. Die Aufnahmen hatte Olaf K., ein Nachbar von Gina H., am 9. Oktober gemacht – einen Tag vor dem Mord an Fabian. Auf den Bildern ist zu sehen, wie Gina H. mit ihrem Pferd trainiert. Mehrfach schlägt die 30-jährige Angeklagte das Tier mit einer Gerte. Einmal schlägt sie dem Pferd mit den Händen ins Gesicht. Zu hören ist, wie sie laut und energisch ruft: „Jetzt reicht’s aber, ey“ oder „Galopp, ey“.

Verteidiger Thomas Löcker versuchte vor Gericht, die Aufnahmen zu relativieren. Das Verhalten sei bei Springreitern „üblich“, so Löcker. „Man sieht, dass sich das Pferd während des gesamten Trainings völlig unwillig verhält“, betonte er. Von Tierquälerei könne keine Rede sein. Gina H. gilt laut Zeugenaussagen als Pferdeliebhaberin. Eine Gerichtshelferin hatte im Laufe des Prozesses ausgesagt, Gina H.s Kontakt zu Tieren sei intensiver als der zu Menschen.

Prozess im Fall Fabian: Verteidiger zweifeln am zeitlichen Ablauf

Die Aufnahmen könnten für die Bewertung des Wesens der Angeklagten von Bedeutung sein. Dass Gina H. in bestimmten Situationen aufbrausend und unkontrolliert gewesen sein soll, sagten mehrere Zeugen aus. Erst am Donnerstag hatte die 30-Jährige im Saal des Landgerichts die Fassung verloren, als ihre Schwester als Zeugin aussagte. Als Gina H. eine Äußerung ihrer Schwester nicht passte, rief sie: „Hast du einen Dachschaden, oder was?“ Der Richter ermahnte die Angeklagte daraufhin eindringlich.

Gestartet war der Prozesstag am Freitag mit zahlreichen Beweisanregungen der Verteidigung. Rechtsanwalt Andreas Ohm zog die von der Staatsanwaltschaft zugrunde gelegten Zeitabläufe am Tag der Tötung des Jungen sowie am Vortag in Zweifel. Er forderte die Erstellung eines Bewegungsprofils des Autos eines Zeugen, mit dem sich die Angeklagte am 10. Oktober mittags getroffen hatte.

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