Demos für Gleichberechtigung

Zehntausende protestieren gegen Benachteiligung von Frauen

08.03.2026 – 18:24 UhrLesedauer: 2 Min.

Protest am Weltfrauentag: Zum Abschluss versammelten sich die Demonstranten vor dem Roten Rathaus. (Quelle: Christoph Soeder/dpa/dpa-bilder)

Die Veranstaltungen zum Frauentag haben in Berlin großen Zuspruch: Mehrere zehntausend Menschen demonstrieren für Gleichberechtigung und prangern Benachteiligung und Gewalt gegen Frauen an.

Zum Internationalen Frauentag haben am Sonntag in Berlin mehrere zehntausend Menschen für die Gleichberechtigung von Frauen demonstriert. Es gab zahlreiche Kundgebungen in der Stadt. Laut Berliner Polizei kamen rund 27.000 Personen zur größten Kundgebung. Die Veranstalter sprachen von 30.000 Teilnehmern.

Zu der Demo für Frauenrechte hatte ein breites Bündnis aus Gewerkschaften wie Verdi und GEW sowie verschiedenen Verbänden und Initiativen aufgerufen. Frauenzentren hatten sich ebenso angeschlossen wie die „Omas for Future“. Bereits am späten Vormittag wurde es eng bei der Auftaktkundgebung unter dem Motto „feministisch, solidarisch, gewerkschaftlich“ auf dem Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg.

„Gleichberechtigung ist keine Raketenwissenschaft“, war auf einem Plakat zu lesen, „Mann tötet nicht aus Liebe“ auf einem anderen. Rednerinnen kritisierten, dass Gewalt gegen Frauen in Deutschland zum Alltag gehöre, wandten sich gegen Benachteiligung von Frauen am Arbeitsplatz und gegen eine mögliche Wehrpflicht für Frauen.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklung in Nahost war auf Plakaten auch die Forderung „Solidarität mit dem Widerstand im Iran“ zu lesen, auf anderen das Motto der Frauenproteste im Iran 2022 „Frau, Leben, Freiheit“. Eine Künstlerin sang auf der Bühne ein Lied für die politischen Gefangenen im Iran.

Die Bezirksvorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in Berlin-Brandenburg, Katja Karger, warf der Bundesregierung einen Angriff auf den Sozialstaat vor. Sie forderte, Frauen besser vor sexueller Gewalt am Arbeitsplatz zu schützen, das Recht auf Teilzeit nicht einzuschränken und am 8-Stunden-Tag festzuhalten. Wer dessen Abschaffung wolle, habe keine Ahnung von der Arbeitswelt, sagte sie. Solche Überlegungen seien „totaler Irrsinn“.

Nach der Kundgebung am Oranienplatz zogen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Roten Rathaus, dem Amtssitz des Regierenden Bürgermeisters. Dort endete die Demonstration am Nachmittag. Zu Zwischenfällen sei es nicht gekommen, sagte eine Polizeisprecherin.

Parallel dazu gab es den sogenannten Purple Ride, die traditionelle feministische Fahrraddemo linker und lesbischer Frauengruppen mit 7.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, wie die Polizei schätzte.

Von der gleichen Teilnehmerinnenzahl gingen die Einsatzkräfte für die Demonstration unter dem Titel „Feminism Unlimited“ aus, die zum Rosa-Luxemburg-Platz in Mitte führte. In beiden Fällen gab es den Angaben zufolge keine Zwischenfälle.

Eine weitere Demo mit dem Motto „8. März International“ setzte sich am Nachmittag nach Neukölln in Bewegung. Zur Teilnahme hatten auch linksradikale Gruppen aufgerufen, die Freiheit für Palästina forderten.

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