Je nach Situation veranlasst der Arzt oder Ärztin gegebenenfalls weitere Untersuchungen, etwa eine Ultraschalluntersuchung oder eine Computertomografie. Das kann dabei helfen, andere mögliche Ursachen auszuschließen. Ob die Schmerzen muskuläre Ursachen haben, lässt sich mit solchen bildgebenden Verfahren jedoch nicht feststellen.
Prostataentzündung: Welche Behandlung hilft?
Bei einer Prostataentzündung hängt die Behandlung von der jeweiligen Ursache ab.
Therapie bei bakterieller Prostataentzündung
Verursachen Bakterien die akute oder chronische Prostataentzündung, können Antibiotika helfen. Normalerweise bessern sich bei einer akuten Prostatitis die Beschwerden bereits einige Tage nach Beginn der Behandlung. Liegt eine chronische bakterielle Prostatitis vor, dauert die Behandlung länger, meist circa vier bis sechs Wochen.
Bei einer bakteriellen Prostatitis können beim Geschlechtsverkehr möglicherweise Erreger übertragen werden – sie kann somit ansteckend sein. Unter Umständen rät der Arzt oder die Ärztin deshalb dazu, vorerst auf Geschlechtsverkehr zu verzichten.
Therapie bei chronischem Beckenschmerzsyndrom (abakterielle Prostataentzündung)
Bei einer nicht-bakteriellen (abakteriellen) Prostataentzündung beziehungsweise dem chronischen Beckenschmerzsyndrom ist das Ziel der Therapie vor allem, die Beschwerden zu lindern. Die genaue Behandlung kann sich dabei je nach Einzelfall unterscheiden.
Oft dauert es einige Zeit, bis bei einem chronischen Beckenschmerzsyndrom Besserung einsetzt. Da die Beschwerden bei manchen Männern immer wieder auftreten, kann sich die Behandlung in manchen Fällen über Jahre erstrecken.
Gut zu wissen
Durch die lang anhaltenden Beschwerden kann das chronische Beckenschmerzsyndrom psychisch sehr belasten. Viele Männer machen sich zusätzlich Sorgen, dass eine bösartige Erkrankung dahinterstecken könnte. Hier ist wichtig zu wissen: Die Beschwerden beim chronischen Beckenschmerzsyndrom können zwar äußerst schmerzhaft und belastend sein, die Erkrankung ist dennoch gutartig.
Obwohl Antibiotika beim chronischen Beckenschmerzsyndrom nicht helfen, verschreiben einige Ärzte und Ärztinnen diese oft trotzdem zu Beginn der Behandlung – jedenfalls so lange, bis sich eine bakterielle Ursache ausschließen lässt.
Da sich die Beschwerdebilder von Fall zu Fall sehr unterscheiden können, muss häufig ausprobiert werden, was dem Patienten bei seinen Beschwerden am besten hilft.
Die Schmerzen beim chronischen Beckenschmerzsyndrom lassen sich mit Schmerzmitteln aus der Gruppe der NSAR (nicht-steroidale Antirheumatika) lindern, dazu zählen zum Beispiel die Wirkstoffe Ibuprofen und Diclofenac. Wirksam gegen Schmerzen können zudem Botulinumtoxin-Injektionen in die Prostata sein.
Daneben können Medikamente aus der Gruppe der Alphablocker beim chronischen Beckenschmerzsyndrom zum Einsatz kommen. Diese sollen die Muskeln von Blase und Prostata entspannen und dadurch die Blasenentleerung erleichtern und auch Schmerzen beim Wasserlassen lindern.
Wie gut Alphablocker im Einzelfall wirken, lässt sich jedoch nicht mit Sicherheit sagen. Um das volle Wirkpotenzial zu erreichen, wird eine Behandlung über eine Dauer von mindestens einem halben Jahr empfohlen.
