Kritik vom ADAC

Trotz sinkender Ölpreise bleibt Tanken teuer


27.05.2026 – 14:39 UhrLesedauer: 2 Min.

Griff zur Zapfpistole: Die Spritpreise sind laut ADAC höher, als sie sein könnten. (Quelle: IMAGO/Frank Hoermann / SVEN SIMON/imago)

Benzin und Diesel kosten etwas weniger als noch vor einer Woche. Dem ADAC geht der Preisrückgang allerdings nicht weit genug.

Tanken ist etwas billiger geworden. Wirklich durchatmen können Autofahrer an der Zapfsäule aber bisher nicht. Denn aus Sicht des ADAC sinken die Preise deutlich langsamer, als sie eigentlich müssten.

Nach Zahlen des Verkehrsclubs kostete ein Liter Super E10 am Dienstag im bundesweiten Durchschnitt 1,981 Euro. Das sind 2,7 Cent weniger als vor einer Woche. Diesel verbilligte sich etwas stärker: Ein Liter kostete im Schnitt 1,952 Euro – ein Minus von 4,5 Cent.

Ölpreis ist spürbar gesunken

Doch während die Preise an den Tankstellen langsam nachgeben, ist der Ölpreis zuletzt stärker gefallen. Vor einer Woche kostete ein Barrel der Nordseesorte Brent noch mehr als 111 US-Dollar, inzwischen liegt der Preis wieder deutlich unter 100 Dollar.

Genau darin sieht der ADAC das Problem. „Ein weiteres Mal bestätigt sich damit, dass günstigere Einkaufsbedingungen von den Mineralölkonzernen nur verlangsamt an die Kunden weitergegeben werden, während ein höherer Ölpreis meist unverzüglich auch an den Zapfsäulen ankommt“, erklärte ein Sprecher.

Der Vorwurf ist nicht neu: Steigt der Ölpreis, ziehen die Spritpreise oft schnell nach. Fällt Rohöl wieder günstiger aus, dauert es dagegen häufig länger, bis Autofahrer das merken. Der ADAC sieht dafür auch diesmal keine überzeugende Erklärung. Der Wechselkurs zwischen Euro und Dollar habe sich zuletzt kaum verändert und spiele angesichts der starken Bewegungen am Ölmarkt derzeit nur eine Nebenrolle.

Trotz des jüngsten Preisrückgangs liegen Benzin und Diesel weiterhin deutlich über dem Niveau vor Beginn des Krieges zwischen den USA, Israel und dem Iran – um mehr als 20 Cent pro Liter.

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Dann ist Tanken am günstigsten

Wer wenigstens ein paar Euro sparen will, sollte laut ADAC auf die Uhr schauen. Besonders günstig ist Tanken demnach meist kurz vor 12 Uhr mittags. Direkt danach ziehen die Preise oft spürbar an und sinken erst im Laufe des Tages wieder langsam.

Auch der Blick über die Grenze kann sich lohnen. In Polen, Tschechien, Österreich oder Luxemburg war Sprit zuletzt teilweise deutlich günstiger als in Deutschland. In Frankreich, Dänemark oder den Niederlanden mussten Autofahrer dagegen oft noch tiefer in die Tasche greifen. Dazu kommen die üblichen Unterschiede je nach Region, Uhrzeit und Tankstelle. Gerade auf langen Fahrten kann ein kurzer Preisvergleich deshalb einige Euro Unterschied ausmachen.

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