Fast 9 Euro

Preis-Explosion: Lindt-Osterhasen fliegen aus Supermarkt-Sortiment


25.03.2026 – 13:50 UhrLesedauer: 2 Min.

Schoko-Osterhase von Lindt: Der beliebte Goldhase ist in diesem Jahr teurer. Knapp neun Euro soll die Süßigkeit kosten (Archivbild). (Quelle: imageBROKER/Raimund Kutter/imago-images-bilder)

Bei diesem Preis war Schluss: Ein Supermarkt aus Bergedorf wirft den beliebten Schoko-Osterhasen von Lindt aus dem Sortiment.

Ein Supermarktbetreiber aus Hamburg zieht die Notbremse. Tarik Sarikaya, Betreiber des Nachbarschaftsmarkt „nah&frisch“ in Bergedorf, wirft diesem Jahr den Schoko-Osterhasen von Lindt aus seinem Sortiment. Grund sind aus seiner Sicht überhöhte Preise der Hersteller, die er nicht an seine Kundschaft weitergeben will. Die „Bild-Zeitung“ hatte zuerst über diesen Fall berichtet.

Die Preise, die der Schokoladenhersteller Lindt in diesem Jahr verlangt, sind enorm: 8,99 Euro soll der 200-Gramm-Hase 2026 kosten. Im Vorjahr lag der Preis noch bei 6,99 Euro – ein Plus von rund 28,6 Prozent. Für die kleineren Schokohasen mit nur 50 Gramm Schokolade ist es noch teurer: Sie kosten aktuell 3,29 Euro. Das entspricht einem Kilopreis von über 65 Euro, wie ein User auf Twitter errechnet. Neben Lindt hat auch der Schokoladenhersteller Milka die Preise deutlich erhöht.

Der Händler, der seit Jahrzehnten im Lebensmittelhandel tätig ist, kritisiert, dass sinkende Kakaopreise bislang nicht bei den Endverbrauchern ankommen. Stattdessen seien die Verkaufspreise für Ostersüßwaren weiter gestiegen – für ihn eine „unverhältnismäßige“ Entwicklung. Der Kakaopreis war innerhalb eines Jahres rund 70 Prozent eingebrochen. Auch die Zuckerpreise sind gesunken.

Für kleinere Händler verschärft sich das Problem zusätzlich durch hohe Mindestbestellmengen. „Die verpflichtende Mindestbestellmenge für Osterartikel liegt bei 1000 Euro – die werde ich nicht los. Kunden schauen auf den Preis, schütteln den Kopf und stellen die Ware zurück“, berichtet Sarikaya der Zeitung.

Am Ende könne die Ware oft nicht vollständig verkauft werden, sodass ein wirtschaftliches Risiko entsteht. Nach eigenen Angaben bleibt der Supermarktbetreiber teils auf rund 30 Prozent der Ware sitzen, da Kunden die Preise ablehnen. „Das ist das erste Jahr, ohne den Osterhasen“, sagt der Kaufmann. Die Entscheidung sei ihm nicht leicht gefallen, sagte er der „Bild-Zeitung“. „Aber die Rückmeldungen von den Kunden sind sehr positiv und alle haben Verständnis.“

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