
Heu als Belohnung
Glättegefahr: Postbote mit kreativer Lösung
30.01.2026 – 15:12 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Post kommt trotz Schnee und Eis pünktlich – zumindest im niedersächsischen Wiedenrode. Denn: Postbote Marcus Zaton hat eine frostresistente Alternative zu seinem Fahrrad.
Die Glätte macht Marcus Zaton erfinderisch: Am frühen Morgen trägt er noch in der Dunkelheit auf dem Rücken seines Pferdes Wilko die Cellesche Zeitung im niedersächsischen Dorf Wiedenrode aus.
Zuvor hatte er sein Pferd mit Sattel, Warnweste und Reflektoren an den Fußgelenken ausgestattet – und es mit einer ordentlichen Portion Heu gestärkt. Auch von hinten ist der vierbeinige Wilko noch gut zu sehen: Zaton hat ein rot leuchtendes Rücklicht an seinem Schweif angebracht. Sich selbst legt der Reiter ebenfalls eine Warnweste um.
„Das Pferd ist ein Teil der Straßenverkehrsordnung und wird behandelt wie ein Verkehrsmittel. Es sollte deswegen auch beleuchtet sein“, sagt Zaton. Haus für Haus reitet der Zeitungsträger mit Pferd Wilko ab und steckt die Morgenlektüre in die Briefkästen. Auf einer Strecke von drei Kilometern hat er demnach zehn Zeitungen ausgeteilt.
Wallach Wilko ist nach Angaben von Marcus Zaton 23 Jahre alt. Bei widrigen Witterungsbedingungen mit Schnee und Eis komme Zaton mit dem Vierbeiner deutlich angenehmer voran als zu Fuß oder mit dem Fahrrad, sagt der Reiter.
Nicht jedes Pferd sei für dieses Wetter geeignet, „aber wenn sie das gewohnt sind, ist es eine sichere Angelegenheit“. Außerdem sei es eine gute Möglichkeit, die Pferde auch im Winter in Bewegung zu halten. Ein netter Nebeneffekt: Auf dem Sattel könne er „schön bequem sitzen“, sagt Zaton.
Nach getaner Arbeit wartet auf Pferd Wilko erneut eine gute Portion Verpflegung. Nach Angaben von Zaton gehören dazu unter anderem Trockenschnitzel, eine Müsli-Mischung mit Mais, Korn und Haferschrot, ein bisschen Karotte – und ein kleiner Schuss Bier. „Zur Belohnung und für die Darmflora“, sagt Zaton.