Nach mehr als 180 Jahren
Traditionsreiche Porzellanmanufaktur ist insolvent
Aktualisiert am 06.03.2026 – 20:48 UhrLesedauer: 1 Min.
Die Porzellanmanufaktur Kahla in Thüringen hat Insolvenz angemeldet. Der Betrieb soll weiterlaufen, während nach einem Investor gesucht wird. Rund 120 Arbeitsplätze sind betroffen.
Die Porzellanmanufaktur Kahla/Thüringen GmbH hat einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt. Das bestätigte Geschäftsführer Daniel Jeschonowski. Zuständig ist das Amtsgericht Gera, das den Rechtsanwalt Thomas Jacobs von der Kanzlei Brinkmann & Partner zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt hat.
Der Geschäftsbetrieb des 1844 gegründeten Unternehmens soll während des Verfahrens weitergeführt werden. Nach Unternehmensangaben sind rund 120 Mitarbeiter von der Insolvenz betroffen. Sie erhalten zunächst Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit. Kunden und Geschäftspartner sollen weiterhin von der insolventen Traditionsmanufaktur beliefert werden.
Als Gründe für den Insolvenzantrag nennt das Unternehmen eine schwache Nachfrage sowie wirtschaftliche Unsicherheiten. Auch stark gestiegene Energiepreise belasteten die Produktion des insolventen Porzellanherstellers. Besonders im Gastronomiebereich sei zuletzt eine deutliche Kaufzurückhaltung spürbar gewesen.
Die Unternehmensführung will nun nach einem strategischen Partner suchen, um die Zukunft des Standorts in Thüringen zu sichern. Ziel sei es, die Produktion fortzuführen.
Für das insolvent traditionsreiche Unternehmen ist es nicht die erste Krise. Bereits im Jahr 2020 hatte die Porzellanmanufaktur Insolvenz anmelden müssen. Geschäftsführer Jeschonowski übernahm das Unternehmen damals und leitete eine Restrukturierung ein.
