Urteil zu getötetem Polizisten im Saarland
Hass-Welle gegen deutsche Richterin
12.04.2026 – 11:26 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein 19-Jähriger tötet einen Polizeibeamten mit sechs Schüssen – und die Richterin spricht ihn von einem zentralen Vorwurf frei. Nun wird sie angefeindet.
Im Fall des Urteils gegen einen 19-Jährigen nach tödlichen Schüssen auf einen Polizisten in Völklingen reißt die Hass-Welle gegen die Vorsitzende Richterin Jennifer Klingelhöfer nicht ab. Seit der Urteilsverkündung am 1. April gab es zahlreiche wütende Kommentare in den sozialen Medien. Am Samstag und Sonntag schrieben Nutzer auf der Plattform X etwa: „Wann landet Klingelhöfer vor Gericht?“ oder „In wessen Namen hat sie sich erdreistet dieses Urteil zu sprechen?“
Die Staatsanwaltschaft warf dem 19-Jährigen Mord vor, er habe „mit absolutem Vernichtungswillen“ gehandelt, hieß es im Plädoyer. Der letzte Schuss, fast mit aufgesetzter Waffe, traf in den Kopf, wie der Staatsanwalt sagte. „Das war eine gezielte Hinrichtung und ein qualvoller Tod.“
Das Gericht verurteilte den jungen Mann allerdings letztlich nur wegen besonders schweren Raubs – vom Mordvorwurf wurde er freigesprochen. Das Gericht erklärte den Angeklagten für schuldunfähig und ordnete seine unbefristete Unterbringung in einer forensischen Psychiatrie an. Der Angeklagte sei während des Polizeieinsatzes infolge seiner Krankheit von massiver Angst getragen worden. „Die Angst hatte sein Denken übernommen“, erklärte die Richterin. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, die Staatsanwaltschaft legte Revision ein. Der Bundesgerichtshof muss sich nun damit befassen.
Schon direkt nach dem Urteil hatte es Proteste im Saal gegeben: Rufe wie „Lächerlich!“ hallten durch den Saal. Die Deutsche Polizeigewerkschaft im Saarland teilte mit, das Urteil sei „ein Schlag ins Gesicht für alle Kolleginnen und Kollegen“. Man sei „fassungslos“.
