Polizei wendet sich an die Öffentlichkeit

„War eine gezielte Tötung“

Nach Bluttat in Berlin: Polizei veröffentlicht neue Details

01.02.2026 – 12:59 UhrLesedauer: 2 Min.

Der Tatort in Berlin-Weißensee: Die Polizei untersuchte den Unglücksort am Tag der tödlichen Schüsse stundenlang. (Quelle: Fabian Sommer/dpa/dpa-bilder)

Ein 44-Jähriger sitzt am Morgen in einem geparkten Transporter. Plötzlich hält ein dunkles Fahrzeug neben ihm. Mehrere Schüsse fallen, der Mann stirbt. Jetzt äußert sich die Polizei.

Die Beamten waren um kurz nach 6 Uhr von Zeugen alarmiert worden, die Schüsse gehört hatten. Unter dem Fenster an der Fahrerseite des Transporters in der Gustav-Adolf-Straße fanden die Beamten dann mehrere Einschusslöcher vor. Der Fahrer saß noch schwer verletzt im Transporter. Nach erfolglosen Reanimationsversuchen erlag das Opfer seinen schweren Verletzungen.

Bei dem Getöteten handelt es sich laut Polizei um einen türkischen Staatsbürger. „Es ist davon auszugehen, dass gezielt auf ihn geschossen wurde“, erklärte ein Sprecher der Berliner Polizei.

Die Hintergründe der Tat sind bislang unklar. „Wir haben derzeit noch keinen Bezug zu einem Phänomen der Organisierten Kriminalität“, sagte der Polizeisprecher. Ein solcher Zusammenhang sei jedoch nicht auszuschließen. Die Mordkommission ermittelt gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft in alle Richtungen.

Ob die Schüsse mit ähnlichen früheren Gewalttaten in Verbindung stehen, lässt sich nach Polizeiangaben bislang nicht sagen. In Berlin werden seit Monaten Auseinandersetzungen in der organisierten Kriminalität mit scharfen Schüssen ausgetragen. Dabei geht es laut Polizei oft um Revierkämpfe im Drogenhandel oder um Erpressung von Geschäftsleuten.

Der Tatort wurde am Samstag für mehrere Stunden weiträumig abgesperrt. Mitarbeiter des Kriminaltechnischen Instituts sicherten Spuren. Ergebnisse liegen nach Angaben der Staatsanwaltschaft bislang nicht vor.

Für Stephan Weh, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, ist die Intention der Tat eindeutig: „Das war keine schief gegangene Warnung, sondern eine gezielte Tötung.“ Wer mehrfach auf die Fahrertür eines geparkten Fahrzeugs schieße, wolle einen Menschen umbringen. „Eine solche Tat zeugt von einer extremen Gewaltbereitschaft, grenzenlosem Hass und kompletter Skrupellosigkeit.“

Die Polizei bittet nun Zeugen um Mithilfe. Gesucht werden Angaben zum Täter oder den Tätern, zum Tatfahrzeug sowie Beobachtungen des Tatvorgangs. Auch Bild- oder Videoaufnahmen könnten hilfreich sein. Hinweise nimmt die Mordkommission des Landeskriminalamts telefonisch unter 030 46 64 91 17 77 oder per E-Mail unter lka117@polizei.berlin.de entgegen. Zeugen können sich aber auch an jede andere Polizeidienststelle wenden oder die Internetwache nutzen.

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