
„Schaulaufen der Organisierten Kriminalität“
Clan-Größe wird in Berlin beerdigt: Polizei im Großeinsatz
23.01.2026 – 13:06 UhrLesedauer: 2 Min.
Mehrere Hundert Beamte sichern die Trauerfeierlichkeiten für einen verstorbenen 62-Jährigen aus dem Clan-Milieu. Dabei werden weitere Größen erwartet.
Ein großer Polizeieinsatz begleitet in Berlin Trauerveranstaltungen rund um eine Beerdigung im Clan-Milieu. Zahlreiche Polizisten postierten sich am Freitagvormittag an der Sehitlik-Moschee im Stadtteil Neukölln. Gäste fuhren zum Trauergebet vor. Am Morgen trugen Angehörige einen Sarg in die Moschee.
Bei der anschließenden Beerdigung auf einem Friedhof in Berlin-Westend würden viele „polizeibekannte Besucher“ erwartet, hieß es von einem Polizeisprecher. Bei ähnlichen Beerdigungen kamen in früheren Jahren mehr als tausend Besucher.
Der 62-Jährige starb am Dienstag an einer Krankheit. Er kam vor vielen Jahren aus der Türkei nach Berlin und bezeichnete sich selbst als Geschäftsmann. Die Polizei sprach von einer „polizeibekannten Milieugröße“. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) erklärte, der Verstorbene sei eine Clan-Größe gewesen, die in der organisierten Kriminalität bis zuletzt Einfluss genossen habe.
Mitte Dezember feuerten unbekannte Angreifer 20 Schüsse auf das Haus des Verstorbenen in Lichterfelde ab. Die Ermittlungen wegen versuchten Totschlags laufen laut Polizei noch.
Mehrere Hundert Polizisten sichern die Veranstaltung, darunter auch „szenekundige“ Kriminalpolizisten in Zivil aus dem Landeskriminalamt. Die Polizei steht nach eigenen Angaben in ständigem Kontakt mit der Familie, um einen ruhigen Ablauf zu gewährleisten. Ein Autokorso von der Moschee durch die Stadt zum Friedhof soll nicht stattfinden.
GdP-Sprecher Benjamin Jendro erklärte: „Ein Schaulaufen der Organisierten Kriminalität dieser Stadt“. Die GdP rechnet damit, dass sich wie bei vergleichbaren Todesfällen Freunde und Feinde des Verstorbenen blicken lassen.
Der Begriff Clankriminalität gilt nach Ansicht von Kritikern als umstritten. Er stigmatisiere und diskriminiere Menschen mit Migrationshintergrund allein aufgrund ihrer Familienzugehörigkeit und Herkunft.