
Kein Asyl gewährt
Held von Aschaffenburg muss Festnahme befürchten
Aktualisiert am 07.01.2026 – 12:44 UhrLesedauer: 2 Min.
Als ein Mann in Aschaffenburg auf Kleinkinder einsticht, greift Ahmed Mohamed Odowaa beherzt ein – und hilft der Polizei. Nun wurde er dennoch zur Festnahme ausgeschrieben.
Die bayerische Polizei sucht den Helden von Aschaffenburg. Seit Jahresbeginn ist Ahmed Mohamed Odowaa ausreisepflichtig. Da er aber nicht zum Abschiebungstermin erschienen ist, wurde er nun von der Polizei zur Festnahme ausgeschrieben. Das teilte die Regierung von Unterfranken mit.
Bei der Behörde ist man sich allerdings nicht sicher, ob sich der 31-jährige Somalier noch in Deutschland befindet. Laut Medienberichten verließ Odowaa schon Ende 2025 das Land und hielt sich zwischenzeitlich in Frankreich auf.
Fest steht allerdings, dass sich der Somalier nicht bei der Zentralen Ausländerbehörde abgemeldet hat. Die Regierung von Unterfranken in Würzburg teilte der Deutschen Presse-Agentur mit: „Für die Ausländerbehörde gibt es in solchen Fällen keine Möglichkeit, den tatsächlichen Aufenthaltsort – insbesondere im Ausland – aufzuklären.“
Ahmed Mohamed Odowaa hatte im vergangenen Januar bei der tödlichen Messerattacke von Aschaffenburg entschlossen eingegriffen. Am 22. Januar griff ein Afghane im Park Schöntal eine Kindergartengruppe an – und stach unter anderem mit einem Messer auf Kleinkinder in einem Bollerwagen ein.
Odowaa, der zufällig in dem Park zugegen war, nahm die Verfolgung des Täters auf – und half schließlich der Polizei bei der Festnahme. In der Folge wurde er mehrfach für seinen Mut und seine Zivilcourage gelobt. Im Mai 2025 wurde ihm vom bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) die Christopherus-Medaille verliehen.
In einem Schreiben stellte Söder fest, Odowaa verdiene „Dank, Anerkennung und höchsten Respekt“. In der Folge erhielt Odowaa zudem eine Duldung in Deutschland, auch weil er bei dem anschließenden Verfahren als wichtiger Zeuge galt. Allerdings: Das Verfahren gegen den Messerstecher von Aschaffenburg wurde mittlerweile beendet. Bis auf Weiteres sitzt der damals 28-Jährige Täter nun in einer forensischen Psychiatrie.