
Zufällig ins Netz gegangen
Polizei schnappt Mann mit elf Identitäten
09.02.2026 – 10:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Die Polizei kontrolliert routinemäßig einen Mann. Innerhalb kürzester Zeit ist klar: Der Mann wird seit einigen Wochen gesucht.
Die Bundespolizei hat am Samstag gegen 15 Uhr am Aachener Hauptbahnhof einen Mann geschnappt, der elf Identitäten hatte und gegen den ein Haftbefehl vorlag. Daneben hatte er gleich drei Bankkarten bei sich, die nicht auf ihn ausgestellt waren. Das teilte die Bundespolizei mit. Die Kontrolle endete für ihn hinter Gittern.
Die Beamten seien zufällig auf den 46-jährigen Syrer aufmerksam geworden, erklärte ein Sprecher der Bundespolizei auf Anfrage von t-online. „Auf dem Gleis kommen regelmäßig Züge aus Belgien an. Deshalb werden die Ankommenden öfter stichprobenartig kontrolliert“, so der Sprecher.
Im Rahmen der Kontrolle habe er nur einen belgischen Führerschein vorlegen können. „Dokumente, die sein Aufenthaltsrecht in der EU nachweisen können, hatte er aber nicht bei sich“, erklärte der Sprecher weiter. Bei einer anschließenden fahndungsmäßigen Überprüfung habe das System dann gleich mehrere Treffer angezeigt.
Einerseits sei der 46-Jährige mit insgesamt elf Identitäten im System hinterlegt gewesen. „Das heißt, bei vorherigen Kontrollen hatte er ebenfalls schon kein Ausweisdokument bei sich. Daraufhin hatte er die Möglichkeit, seine Personalien selbst anzugeben“, so der Sprecher. Dabei habe er bei manchen Einträgen mal andere Geburtsorte hinterlegt, mal hatte er aber auch einen anderen Namen beziehungsweise eine unterschiedliche Schreibweise derer angegeben.
Gleichzeitig habe gegen den Mann ein Haftbefehl wegen des Verstoßes gegen das Aufenthaltsgesetz vorgelegen, erklärte der Sprecher. „Dieser bestand seit Januar.“ Ob er davon aber überhaupt gewusst hat, ist unklar. „Der Mann ist nicht in Deutschland gemeldet. Es ist also möglich, dass der Brief mit dem Urteil über die Strafe von 1.200 Euro beziehungsweise die 20-tägige Haftstrafe nie bei ihm eingegangen ist.“
Daneben sei er auch noch in drei Fällen zur Fahndung ausgeschrieben gewesen: Geldwäsche, besonders schwere Brandstiftung und als Zeuge. Ob er in diesem Zusammenhang als Beschuldigter oder als Zeuge gesucht wurde, war dem Sprecher nicht bekannt. „Wir wissen nur, dass ihm Briefe von Behörden bezüglich dieser Fälle nicht zugestellt werden konnten. Welche Rolle er bei den Delikten gespielt hat, wissen wir nicht“, führte er aus.