Teure Schweiz

Politikerin muss Mandat abgeben – weil sie keine Wohnung findet


26.03.2026 – 18:23 UhrLesedauer: 2 Min.

Blick auf die Zürcher Innenstadt: Fast 60 Prozent der Schweizer klagen in einer aktuellen Umfrage über zu wenig Wohnraum in der Schweiz. (Quelle: A. Tamboly via www.imago-images.de)

Yasmine Bourgeois wurde mit einem Spitzenergebnis in den Zürcher Gemeinderat gewählt. Doch das Mandat der Politikerin scheitert am Wohnungsmarkt.

Die Schweizer FDP-Politikerin Yasmine Bourgeois muss ihr Mandat für den Zürcher Gemeinderat abgeben, weil es ihr nicht gelang, eine geeignete Wohnung in der schweizerischen Großstadt zu finden. Dem „Tagesanzeiger“ sagte Bourgeois: „Ich habe alles versucht, monatelang nach einer bezahlbaren und für die ganze Familie geeigneten Wohnung gesucht“, doch sie habe keinen Erfolg gehabt. Nun trat sie von ihrem Mandat zurück und übergab ihren Sitz an ihre Parteikollegin Brenda Mäder.

Zürich werde zunehmend zu einer Stadt, „in der auch der Mittelstand kaum mehr Platz findet“, kritisiert Bourgeois’ FDP den Zürcher Wohnungsmarkt. Die FDP fordert mehr Wohnungsbau ein. Bourgeois erklärt: „Sobald mehr Wohnungen gebaut werden, sinken auch die Mieten automatisch.“

Laut einer repräsentativen Umfrage des Schweizer Preisvergleichsportals Comparis sind fast 60 Prozent der Erwachsenen der Meinung, dass es in der Schweiz zu wenig verfügbaren Wohnraum gebe. Besonders die Altersgruppe der 18- bis 35-Jährigen sowie die Stadtbevölkerung leide unter dem Wohnungsmangel. Neue und dichtere Bebauung mit weniger Grünflächen und geringeren Abständen lehnt jedoch ein Großteil der Befragten ab.

54 Prozent der städtischen Bevölkerung wären eher dafür, mehr in die Höhe zu bauen. Nach Mietpreisbremsen oder Mietendeckeln, die zwar den Wohnungsbestand nicht erhöhen würden, wohl aber die Erschwinglichkeit für den Mittelstand gewährleisten könnten, wurde bei der Comparis-Umfrage nicht gefragt.

Bourgeois, die als Schulleiterin arbeitet, hat derweil eine geeignete Wohnung in Ebmatingen in der Gemeinde Maur gefunden – eine halbe Stunde von der Zürcher Innenstadt entfernt.

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