
Was wichtig ist
Bei gebrauchten Plug-in-Hybriden lauert ein teures Risiko
26.01.2026 – 13:34 UhrLesedauer: 3 Min.
Wer einen älteren Plug-in-Hybrid kaufen will, sollte genau hinschauen. Denn mit der Batterie steht und fällt mehr als nur der E-Antrieb.
Doch wer heute ein älteres Modell – gebaut etwa zwischen 2015 und 2020 – kaufen möchte, kann eine böse Überraschung erleben: Die Akkus vieler früher Plug-in-Modelle altern deutlich schneller als erwartet. Und auch der Rest des Antriebssystems hat seine Tücken. Wer nicht aufpasst, riskiert hohe Reparaturkosten bis hin zum wirtschaftlichen Totalschaden.
Vor allem die geringe Kapazität lässt die Akkus im raschen Tempo altern, schreibt „Auto Motor und Sport“. Seinerzeit lagen die Traktionsbatterien meist unter 10 Kilowattstunden. Reichte das einst für rund 50 Kilometer elektrische Reichweite, bedeutet es heute vor allem eines: viele Ladezyklen, viel Stress für die Zellen und schneller Verschleiß.
Das zeigen auch Daten des ADAC. Gemeinsam mit dem Diagnosespezialisten Aviloo wurden rund 28.500 Batterie-Messwerte ausgewertet. Im Mittelpunkt: der sogenannte State of Health (SoH), also die verbliebene Kapazität im Vergleich zum Neuzustand. Das Ergebnis: Wer viel elektrisch fährt, nutzt den Akku zwar sinnvoll, setzt ihn aber zugleich stärker unter Druck. Besonders betroffen sind Modelle, die im Alltag oft im elektrischen Antriebsmodus gefahren wurden. Ein weiteres Problem: Viele PHEV wurden nicht regelmäßig geladen. „In vielen Fällen wurde der Akku überhaupt nicht oder nur selten geladen, was den Abbau des Akkus auch beschleunigt“, schreibt „Auto Bild“.
Doch nicht nur die Batterie kann sich als problematisch erweisen: Auch die sogenannte Peripherie zeigt sich im Alter häufig anfällig. Bauteile wie Inverter, DC/DC-Wandler oder On-Board-Lader sind nötig, um das Zusammenspiel von E-Motor, Batterie und Verbrenner zu regeln. Bei Defekten lassen sich einzelne Komponenten oft nicht austauschen, sondern nur das gesamte Modul. Und Ersatz ist teuer: Vieles wurde in vergleichsweise kleinen Stückzahlen gefertigt und lässt sich im Schadensfall nicht reparieren, sondern muss komplett ersetzt werden.
Bei einem Defekt der Hochvoltbatterie kann beim Plug-in nicht einfach der Verbrenner einspringen: Ein Fehler in der Batterie oder der Steuerung legt nicht nur den E-Antrieb lahm, auch der Verbrenner lässt sich dann nicht mehr betreiben. Selbst scheinbar harmlose Bauteile können so das ganze Auto außer Gefecht setzen.
Laut ADAC schneiden ältere Modelle von Mercedes bei den Batterien vergleichsweise gut ab. VW und BMW zeigen eine breite Streuung mit Ausreißern nach unten. Schwächer bewertet werden Fahrzeuge von Ford und Mitsubishi. Letztere zeigten in vielen Fällen bereits bei mittleren Laufleistungen einen auffälligen Kapazitätsverlust.