
Eigenanteil steigt
Fast 3.300 Euro im Monat – Pflegekosten explodieren
22.01.2026 – 02:33 UhrLesedauer: 2 Min.
Pflege, Unterkunft, Verpflegung: Alles wird teurer. In Hamburg sind die Heimkosten jetzt höher als im Bundesdurchschnitt.
Wer in Hamburg im Pflegeheim lebt, muss seit dem Jahreswechsel noch tiefer in die Tasche greifen. Der selbst zu zahlende Anteil ist im ersten Jahr im Heim auf 3.284 Euro pro Monat gestiegen. Das geht aus einer Auswertung des Verbands der Ersatzkassen hervor.
Damit liegt der Eigenanteil 105 Euro höher als noch zum 1. Juli 2025 und sogar 342 Euro höher als Anfang vergangenen Jahres. Innerhalb eines Jahres sind die Kosten um fast zwölf Prozent gestiegen.
In den Summen ist der Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten. Anders als die Krankenversicherung trägt die Pflegeversicherung nur einen Teil der Kosten. Für Heimbewohner kommen noch Zahlungen für Unterkunft und Verpflegung, Investitionen in den Einrichtungen sowie Umlagen für Ausbildungskosten hinzu.
Regional gibt es große Unterschiede. Am teuersten ist die Pflege im ersten Jahr im Heim aktuell in Bremen mit durchschnittlich 3.637 Euro im Monat und im Saarland mit 3.601 Euro. Am niedrigsten ist die monatliche Belastung in Sachsen-Anhalt mit 2.720 Euro sowie in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen mit je 2.903 Euro. Im bundesweiten Schnitt werden 3.245 Euro pro Monat fällig – Hamburg liegt damit leicht über dem Durchschnitt.
Die Vorstandschefin des Ersatzkassenverbands, Ulrike Elsner, fordert eine nachhaltige Finanzierung der Pflege, die auch Pflegebedürftige in Heimen deutlich entlaste. Sie müssten für Investitions- und Ausbildungskosten aufkommen, die Sache des Staates seien. „Wir fordern die Bundesländer auf, diese Kosten endlich zu übernehmen“, sagte Elsner. Die schwarz-rote Koalition peilt in diesem Jahr eine grundlegende Reform der Pflegefinanzierung an.
Bei den Gesamtbelastungen kommt es auf die Aufenthaltsdauer im Heim an. Danach richten sich Entlastungszuschläge, die Pflegebedürftige von den Pflegekassen bekommen. Der Eigenanteil für die reine Pflege wird im ersten Jahr um 15 Prozent gedrückt, im zweiten um 30 Prozent, im dritten um 50 Prozent und ab dem vierten Jahr um 75 Prozent.
Zum Ersatzkassenverband gehören unter anderem die Techniker Krankenkasse, die Barmer und die DAK-Gesundheit.