
„Menschen sterben“
Guardiola spricht über Krieg – und wird kritisiert
05.02.2026 – 05:15 UhrLesedauer: 2 Min.
Pep Guardiola spricht über die Leiden von Kindern im Gazastreifen. Dafür wird er von einem jüdischen Rat kritisiert.
Der Manager des englischen Erstligaclubs Manchester City, Pep Guardiola, hat sich zu weltweiten Kriegen geäußert und dafür prompt Kritik geerntet. Der Erfolgstrainer sprach bei einer Konferenz in Barcelona besonders die Situation in Gaza und im Sudan an.
Guardiola erwähnte den Sudan, als er über Konflikte sprach, in denen unschuldige Menschen sterben. Es soll mehrfach Kriegsverbrechen gegeben haben. Brisant: Die Vereinigten Arabischen Emirate gelten als Unterstützer der sudanesischen Rapid Support Forces, einer der Kriegsparteien. Der Vizepräsident der UAE ist Scheich Mansour bin Zayed al-Nahraum, der auch Besitzer von Manchester City ist.
„Nie zuvor in der Geschichte der Menschheit hatten wir die Informationen so klar vor Augen wie heute“, sagte Guardiola laut einem Bericht des britischen „The Guardian“. Demnach sagte der Spanier weiter: „Der Völkermord im Gazastreifen, die Ereignisse in der Ukraine, die Ereignisse auf der ganzen Welt – im Sudan, überall. Was ist vor unseren Augen geschehen? Wollen Sie es sehen? Das ist unser Problem als Menschen.“ Der Trainer trug während des Vortrags eine Kufiya, ein Tuch, das in den palästinensischen Gebieten getragen wird und auch Symbol der Solidarität geworden ist.
Guardiola sprach bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung am vergangenen Donnerstag in Barcelona auch die Situation von Kindern in den palästinensischen Gebiete an. Gefragt, warum er sich dafür einsetze, sagte er laut „Guardian“: „Es geht um einen besseren Ort für die Menschheit“, sagte er, „die Menschen, die aus ihren Ländern fliehen, sich aufs Meer begeben und dann mit einem Boot gerettet werden: Fragen Sie nicht, ob er Recht oder Unrecht hat, retten Sie ihn. Es geht um einen Menschen. Danach können wir uns einigen, kritisieren. Aber Menschen sterben, man muss ihnen helfen.“
Der jüdische Repräsentantenrat von Greater Manchester und Region warnte, die Worte des Trainers könnten Spannungen verstärken und antisemitische Taten befeuern. In einer öffentlichen Mitteilung betonte der jüdische Rat, prominente Persönlichkeiten sollten sich ihrer Verantwortung bewusst sein. Menschen jüdischen Glaubens seien weltweit Angriffen ausgesetzt gewesen.
Der Rat verwies darauf, dass er wiederholt zur sprachlichen Zurückhaltung bei internationalen Konflikten aufgerufen habe. Auch wenn Guardiolas Motivation wohl humanitärer Natur sei, solle er sich auf den Fußball konzentrieren. Die Erklärung wurde am Mittwoch über die Plattform X veröffentlicht.
Der Rat kritisierte Guardiola auch dafür, dass er nach dem Angriff in der Nähe der Heaton Park Synagoge im Oktober keine Solidarität mit der jüdischen Gemeinde von Manchester gezeigt habe. Laut der Erklärung waren die Mitglieder der Gemeinde enttäuscht, dass Guardiola seine Plattform nicht genutzt hatte, um sich mit antisemitischer Gewalt in seiner unmittelbaren Umgebung auseinanderzusetzen.