Belastung für Einsatzkräfte
Konzert, Halbmarathon, Flohmarkt: Bis zu 500 Polizisten im Einsatz
13.06.2026 – 10:03 UhrLesedauer: 2 Min.

Mehrere Großveranstaltungen treffen Ende Juni in Hamburg aufeinander. Die Deutsche Polizeigewerkschaft sieht darin keine Ausnahme mehr, sondern einen neuen Alltag.
Paul Kalkbrenner auf dem Heiligengeistfeld, der Flohmarkt der Kulturen und der Hella Halbmarathon: Am letzten Juni-Wochenende wird es in Hamburg voll. Nach Schätzung der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) werden für die Veranstaltungen rund 500 Polizeikräfte benötigt. Der reguläre Dienst läuft dabei weiter.
Für DPolG-Landeschef Thomas Jungfer ist ein solches Wochenende längst nichts Außergewöhnliches mehr. „Leider ist es ja schon fast Normalität, dass in dieser Stadt so viel los ist“, sagte er der Hamburger Regionalredaktion von t-online. Egal, ob Straßenfest, Demonstration oder Großveranstaltung: Polizeiliche Präsenz sei inzwischen nahezu immer erforderlich.
Innenstadtrevier besonders gefordert
Die Belastung entstehe nicht nur durch die Einsätze selbst, sagt Jungfer. Veranstaltungen müssten lange im Voraus geplant und vorbereitet werden. Besonders betroffen sei das Polizeikommissariat 14, das für die Innenstadt zuständig ist, erklärt der Gewerkschafter.
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Hinzu komme die hohe Zahl weiterer Veranstaltungen. Hafengeburtstag, Schlagermove, CSD, Ironman, Straßenfeste und Demonstrationen fänden häufig in kurzer Folge statt. Gerade in den Sommermonaten seien viele Einsatzkräfte dadurch dauerhaft gefordert.
Überstunden statt Entlastung
Liegen bleibt nach Angaben der DPolG dennoch nichts. „Zum Glück“, sagt Jungfer. Aufgefangen werde die zusätzliche Belastung stattdessen durch Überstunden.
Genau darin sieht der Gewerkschafter das eigentliche Problem. Einerseits werde die Polizei aufgefordert, Überstunden abzubauen und zu sparen. Andererseits führten immer neue Veranstaltungen zu zusätzlicher Arbeit. „Das ist die Quadratur des Kreises“, sagt Jungfer.
Betroffen seien dabei nicht nur die Streifenbeamten auf der Straße. Auch Führungskräfte und Planer müssten viele zusätzliche Stunden leisten, um Veranstaltungen vorzubereiten und zu begleiten.
DPolG fordert Kostenbeteiligung
Als Lösung fordert die Polizeigewerkschaft seit Langem, Veranstalter stärker an den Sicherheitskosten zu beteiligen. Nach Auffassung Jungfers sollte Hamburg prüfen, ob bei großen kommerziellen Veranstaltungen ähnlich verfahren werden kann wie bei Hochrisiko-Fußballspielen.
„Wenn Hamburg solche Veranstaltungen will, dann sollen auch diejenigen die Party bezahlen, die dazu einladen“, sagt Jungfer. Die personellen Belastungen für die Polizei würden mit jeder zusätzlichen Großveranstaltung weiter steigen.
