Nach Vergewaltigungsvorwürfen
Sänger Patrick Bruel sagt komplette Tournee ab
Aktualisiert am 02.09.2026 – 15:16 UhrLesedauer: 2 Min.
Lange hielt der französische Sänger Patrick Bruel an seiner Tournee fest. Jetzt hat er die Tour unter steigendem Druck abgesagt.
35 Konzerte, 150.000 verkaufte Tickets, ein Album-Jubiläum als Anlass: Ab Herbst wollte Patrick Bruel auf Tour gehen. Doch am Dienstag hat der französische Sänger bekannt gegeben, dass die Tournee nicht stattfinden wird.
Hintergrund sind 32 Anzeigen wegen Vergewaltigung, sexueller Nötigung und Belästigung. Seit dem 10. Juni wird in vier Fällen gegen den 67-Jährigen ermittelt. Auf Instagram schrieb Bruel, die Tournee sei „die Verkörperung einer Debatte geworden, die sie übersteigt“.
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Die Ermittlungen betreffen vier konkrete Fälle: einen Vergewaltigungsvorwurf in Neuilly-sur-Seine aus dem Jahr 2008, eine versuchte Vergewaltigung im Jahr 2010 in Brüssel, eine sexuelle Nötigung und Belästigung in Perpignan im Jahr 2019 sowie einen weiteren Fall von Belästigung in Ajaccio im selben Jahr. In vier weiteren Fällen wird Bruel als Zeuge aufgeführt. Der Sänger bestreitet alle Vorwürfe. Er habe noch nie eine Frau zu etwas gezwungen.
Bruel sah sich zuletzt wachsendem Druck von feministischen Gruppen und Politikern ausgesetzt, die eine Absage der verbleibenden Auftritte forderten. Das feministische Kollektiv „NousToutes“ begrüßte die Absage als Ergebnis einer „massiven feministischen Mobilisierung“ und bezeichnete die geplante Tournee als „unanständig, eine Beleidigung für die Opfer sexueller Gewalt“.
Auch Bürgermeister und Bürgermeisterinnen der Städte, in denen Bruel auftreten sollte, zeigten sich erleichtert. So erklärte die Bürgermeisterin von Straßburg, Catherine Trautmann: „Frauen, die den Mut hatten, sich zu äußern, müssen darauf zählen können, dass wir ihnen zuhören und sie unterstützen.“ Nicolas Mayer-Rossignol, der Bürgermeister von Rouen, kommentierte: „Besser spät als nie.“ Er fügte hinzu, jetzt müsse „die Justiz in Ruhe ihren Lauf nehmen.“
Schon im Juni hatte der Sänger Teile seiner Tour aufgrund der Vorwürfe abgesagt. In dem Instagram-Post betonte Bruel, die Tournee bisher nicht aus Trotz oder Provokation aufrechterhalten zu haben. Zu den Anschuldigungen äußerte er sich nicht direkt – er richtete sich vor allem an die etwa „150.000 Menschen“, die seiner Aussage nach auf die Tournee gewartet hätten.
