
Polizei ermittelt
Zweite Attacke auf Pascal Kaiser innerhalb weniger Tage
Aktualisiert am 10.02.2026 – 17:49 UhrLesedauer: 2 Min.
Erst ein Antrag am Spielfeldrand, dann Vorwürfe und schließlich gewalttätige Angriffe. Jetzt ist ein queerer Aktivist offenbar erneut attackiert worden
Der bekannte Amateur-Schiedsrichter Pascal Kaiser ist in der Nacht zu Dienstag offenbar erneut Opfer eines gewalttätigen Angriffs geworden. Der queere Aktivist, dem auf Instagram Zehntausende Menschen folgen, war Recherchen der Kölner Lokalredaktion von t-online zufolge bereits am Wochenende vor seinem Haus attackiert worden.
Nun kam es laut seines Anwalts Moritz Lange zu einem zweiten, auch körperlichen, Angriff an dem Wohnort des jungen Mannes. Der Jurist erklärte t-online, dass sein Mandant am Montagabend zunächst online bedroht worden sei. „Die Nachrichten deuten darauf hin, dass das Haus beobachtet wird. Zudem wurden Steine dagegen geworfen.“ Kaiser habe daraufhin die Polizei gerufen, die jedoch zunächst nicht erschienen sei.
Als sich Kaiser dann aus dem Haus gewagt habe, um nach den Angreifern Ausschau zu halten, sei er von zwei unbekannten Männern attackiert worden. Rechtsanwalt Lange: „Er wurde ins Gesicht und in die Rippen geschlagen. Dann sind die Unbekannten verschwunden.“ Wegen des Vorfalls seien die Polizei und ein Notarzt im Einsatz gewesen.
Ein Sprecher der Kölner Polizei bestätigte am Mittag, dass man von einem zweiten Vorfall Kenntnis habe. Er nannte jedoch keine Namen. Es werde wegen Körperverletzung aufgrund der beiden Übergriffe ermittelt, zudem prüfe der Staatsschutz derzeit ein mögliches homophobes Motiv der unbekannten Angreifer. Weitere Details könne man aufgrund der derzeit laufenden Ermittlungen nicht nennen, so der Sprecher.
In den Tagen danach war der 24-Jährige zunächst wegen zivilrechtlicher Vorwürfe eines früheren Arbeitgebers, einer Kölner Bar, in die Schlagzeilen geraten. Zwischenzeitlich war von einer Fahndung nach Kaiser durch die Kölner Staatsanwaltschaft die Rede – was sich jedoch als Fehler der Staatsanwaltschaft herausstellte.
„Das ist eine Situation, die an Absurdität nicht mehr zu überbieten ist“, so Lange am Dienstag zu t-online über die jüngsten Entwicklungen. Wie es seinem Mandanten aufgrund der Übergriffe derzeit geht, wollte er nicht kommentieren. Der 1. FC Köln äußerte sich am Dienstag über die sozialen Medien zu den Geschehnissen. Der Verein verurteilte den Angriff auf den Amateur-Schiedsrichter und wünschte ihm in einem Beitrag auf Facebook eine schnelle Genesung.