Franziskus wollte es anders
Vatikan vermietet Pracht-Villa an Hotelbetreiber
04.08.2026 – 13:07 UhrLesedauer: 2 Min.
Papst Leo ist seit mehr als einem Jahr das Oberhaupt der katholischen Kirche. In zwei finanziellen Entscheidungen hat er sich jetzt von seinem Vorgänger abgegrenzt.
Der Vatikan verpachtet eines seiner Prachtgebäude – damit in dem Haus ein Hotel entstehen kann. Das berichten mehrere Medien unter Berufung auf eine Bilanz der vatikanischen Vermögensverwaltung Apsa vom Freitag. Die Katholische Kirche und Papst Leo XIV. machen damit eine Richtungsentscheidung von Papst Franziskus rückgängig.
Das Gebäude Domus Paolo VI. liegt in der Via della Scrofa, nahe dem Pantheon. Seit 1976 wurde es als Bleibe für Bischöfe und Kardinäle aus aller Welt genutzt. Auch Franziskus war, damals noch als Kardinal Jorge Mario Bergoglio, 2013 Gast in dem Haus – bei dem Konklave, das ihn schließlich zum neuen Papst wählte.
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Laut Medienberichten ist sich die Kirche bereits mit dem zukünftigen Betreiber des Hotels einig. Es fehle lediglich die Unterschrift unter dem Vertrag.
Wie italienische Medien schreiben, wurde der jetzt eingeleitete Schritt im Vatikan durchaus kontrovers diskutiert. Papst Franziskus soll als Kirchenoberhaupt gegen eine gewerbliche Nutzung des Gebäudes gewesen sein. Auch nach seinem Tod soll es innerhalb des Vatikans weiterhin Parteien gegeben haben, die den Plänen kritisch gegenüberstanden.
Wie die italienische Zeitung „Il Messaggero“ schreibt, haben etwa Kardinäle Briefe an den Papst geschrieben, um den Schritt zu stoppen. Den Berichten zufolge wurden zudem die bisherigen Bewohner des Gebäudes gekündigt.
Auch in einer anderen symbolischen Entscheidung nimmt Leo XIV. Abstand von dem Vorgehen seines Vorgängers. Auf der neuen Euromünze des Vatikanstaats soll wieder der aktuelle Papst abgebildet werden. Franziskus hatte noch mit dieser Tradition gebrochen – und stattdessen lediglich das päpstliche Wappen abgebildet.
