Osterpredigt in München

Kardinal Marx kritisiert Kriegsgebet als „Gotteslästerung“

05.04.2026 – 13:20 UhrLesedauer: 2 Min.

Kardinal Marx ruft an Ostern zu Hoffnung auf eine bessere Welt auf. (Archivbild) (Quelle: Felix Hörhager/dpa/dpa-bilder)

Kardinal Marx hat am Ostersonntag den US-Verteidigungsminister und einen Patriarchen namentlich kritisiert.

Im Liebfrauendom hat Erzbischof Reinhard Marx am Ostersonntag Religion und Krieg mit ungewöhnlicher Schärfe voneinander getrennt – und dabei zwei Männer beim Namen genannt.

Äußerungen von US-Pentagonchef Pete Hegseth, der dafür gebetet hatte, jede Kugel möge ihr Ziel treffen, seien eine schamlose „Gotteslästerung“. Ebenso kritisierte der Erzbischof von München und Freising laut einem Sprecher die religiöse Rechtfertigung des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine durch den russisch-orthodoxen Patriarchen Kyrill.

Papst Leo XIV. gegen Kriegsgebet

Papst Leo XIV. hatte bereits am Palmsonntag eine gleichgerichtete Botschaft formuliert. Gott sei „ein Gott, der den Krieg ablehnt, den niemand dazu benutzen kann, um Krieg zu rechtfertigen“, erklärte der aus den USA stammende Pontifex. Gott stehe für Frieden und erhöre nicht das Gebet jener, die Krieg führten.

Marx rief die Gläubigen auf, sich trotz der aktuellen politischen Lage nicht entmutigen zu lassen. Das Engagement für Frieden, Solidarität und eine gerechte Gesellschaft bleibe notwendig. „Ostern unterstreicht sehr deutlich, dass die Hoffnung auf eine bessere Welt keine naive Träumerei ist, denn es geht um eine realistische Hoffnung“, sagte der Erzbischof in seiner Osterbotschaft.

Zugleich zog Marx Parallelen zwischen der Gegenwart und der Zeit Jesu. Auch Jesus sei von Mächtigen als weltfremd abgelehnt worden. Heute werde oft behauptet, die Welt sei vor allem von Machtinteressen, Gewalt und Wettbewerb geprägt. Dem setzte Marx die christliche Botschaft entgegen: Hoffnung und aktives Handeln für eine gerechtere Gesellschaft.

Die Geschichte der Menschheit solle nicht als Geschichte von Siegern und Besiegten erzählt werden – sondern auch als Geschichte der Kraft von Menschen, Frieden zu stiften. Das hänge eng mit dem Osterereignis zusammen.

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