Eröffnungsrede bei den Oscars

Ein Mann bekommt O’Briens Spott besonders zu spüren


Aktualisiert am 16.03.2026 – 03:25 UhrLesedauer: 4 Min.

Conan O’Brien: Er moderierte die 98. Oscars. (Quelle: Mike Blake/Reuters)

Conan O’Brien eröffnete die Oscars mit einem Monolog, der Seitenhiebe auf die Branche und wenig politischen Sprengstoff bot. Zwischen den Zeilen schlummerte aber auch Kritik.

Zunächst begann alles mit einem schrillen Zusammenschnitt: Der diesjährige Oscar-Moderator Conan O’Brien war als Tante Gladys verkleidet – die furchterregende Bösewichtin aus dem nominierten Film „Weapons“, gespielt von Amy Madigan. Kurioserweise war es eben jene Madigan, die wenige Minuten später den ersten Goldjungen des Abends gewann: Sie wurde als beste Nebendarstellerin ausgezeichnet.

O’Brien rannte in seiner Verkleidung durch dutzende Kulissen und Filmszenen – und stellte damit jeden einzelnen der diesjährigen Oscar-Filme vor: von „Marty Supreme“ über „Blood & Sinners“ bis „One Battle After Another“. Dann kam er auf die Bühne des Dolby Theaters in Los Angeles, dem Ort, an dem traditionell der bekannteste Filmpreis der Welt verliehen wird. Nach seiner Premiere als Oscar-Moderator im vergangenen Jahr war es für O’Brien 2026 bereits der zweite Auftritt in dieser Rolle.

„Letztes Jahr stand Los Angeles in Flammen“, begann er seinen Eröffnungsmonolog mit einer Erinnerung ans Vorjahr und witzelte dann: „Aber dieses Jahr? Läuft alles großartig.“ Eine Anspielung darauf, wie angespannt die Lage in den USA ist. Das Jahr begann mit der Entführung des venezolanischen Präsidenten Maduro durch US-Spezialkräfte und setzte sich im Februar mit einem Angriff auf den Iran fort. Seitdem befinden sich die Vereinigten Staaten von Amerika im Krieg – und entsprechend streng waren dieses Jahr die Sicherheitsvorkehrungen bei den Oscars, wie t-online-Reporterin Jennifer Doemkes vor Ort berichtete.

Ein Fakt, den Conan O’Brien später selbst in seiner Rede aufgriff und meinte: „Die Sicherheitsvorkehrungen sind heute Abend extrem streng.“ Und er unkte: „Mir wurde gesagt, es gebe Bedenken wegen Anschlägen sowohl aus der Opern- als auch aus der Ballettwelt.“ Anschließend scherzte er, dass womöglich US-Schauspieler Timothée Chalamet schuld sein könnte, weil er „den Jazz ausgelassen“ habe. Damit nahm der Moderator Bezug auf eine Kontroverse in den Vortagen, denn Chalamet hatte gesagt, er wolle nicht für Oper oder Ballett arbeiten. Das seien Kunstformen, für die sich niemand mehr interessiere.

Donald Trump erwähnte Conan O’Brien in seiner Rede kein einziges Mal. Nur ein kleiner Moment spielte auf den US-Präsidenten an. „Ich sollte euch warnen“, sagte O’Brien, „heute Abend könnte es politisch werden, okay, und wenn euch das unangenehm ist, gibt es eine alternative Oscar-Verleihung, die von Kid Rock im Dave & Busters die Straße runter moderiert wird“, scherzte der Moderator. Ein Witz auf Kosten der MAGA-Bewegung des Präsidenten, die anlässlich des diesjährigen Superbowls eine alternative Halbzeitshow organisiert hatte – und das nur, weil der Latino-Künstler Bad Bunny beim Football-Endspiel als Star auftrat.

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