Festnahmen in Rumänien

Mann in München offenbar zu Nierenspende gezwungen

Aktualisiert am 21.07.2026 – 15:05 UhrLesedauer: 2 Min.

Hauptgebäude der Staatsanwaltschaft München I (Archivbild): Die Tatverdächtigen wurden auf Grundlage eines internationalen Haftbefehls in Rumämien festgenommen. (Quelle: Imago/Eibner)

Zwei Rumänen sollen einen Mann in München zu einer Nierenspende gezwungen und festgehalten haben. Jetzt wurden sie in Rumänien festgenommen.

Ein mutmaßlicher Fall von Menschenhandel zum Zweck der Organentnahme beschäftigt die Justiz in München. In Rumänien sind eine Frau und ein Mann festgenommen worden, denen vorgeworfen wird, einen Landsmann in der bayerischen Landeshauptstadt zur Spende einer Niere gezwungen zu haben. Das teilte die für organisierte Kriminalität zuständige Staatsanwaltschaft DIICOT in Bukarest mit.

Die Festnahmen erfolgten demnach auf Grundlage eines europäischen Haftbefehls, der auf Antrag der Staatsanwaltschaft München erlassen worden war. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München bestätigte die Festnahmen auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die Behörde werde nun die Auslieferung der beiden Verdächtigen beantragen. Über diese soll ein Haftrichter im rumänischen Timișoara entscheiden.

Opfer wurde mit Drohung gegen seine Eltern erpresst

Nach Angaben der rumänischen Ermittler sollen die Festgenommenen „herausragende Mitglieder“ einer „verbrecherischen Gruppe“ in Timișoara sein. Gegen sie werde wegen „schweren Menschenhandels zum Zwecke der Organentnahme“ ermittelt. Rumänischen Medien zufolge handelt es sich um ein Ehepaar.

Die Verdächtigen sollen einen ebenfalls aus Rumänien stammenden Mann in einer Wohnung in München festgehalten und ihn unter Druck gesetzt haben. Laut DIICOT benötigte der festgenommene Mann wegen einer schweren Nierenerkrankung ein Spenderorgan. Das Opfer sei mit der Drohung erpresst worden, seine Eltern in Rumänien könnten getötet werden, sollte es einer Nierenspende nicht zustimmen.

Transplantation fand in deutscher Klinik statt

Den Ermittlungen zufolge nahmen die Verdächtigen dem Mann seine Ausweisdokumente ab und verhinderten den Kontakt zu seiner Familie. Zudem habe das Opfer für die Verdächtigen unbezahlt arbeiten sowie Auto-Kaufverträge unterschreiben müssen. Die Nierentransplantation fand laut DIICOT in einer deutschen Klinik statt. Dort habe das Opfer wahrheitswidrig angegeben, ein Neffe des Verdächtigen zu sein.

Die beiden Verdächtigen wurden in der rumänischen Stadt Caransebeș festgenommen. Bereits im März hatten Ermittler in Timișoara mehrere Objekte durchsucht. Zeitgleich fanden nach Angaben der Staatsanwaltschaft auch Durchsuchungen in München statt.

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