
Kritik an Minister Weimer
„Das wirft grundlegende Zweifel auf“
26.11.2025 – 14:21 UhrLesedauer: 2 Min.
Bundeskanzler Friedrich Merz hatte die Vorwürfe gegen seinen Kulturstaatsminister Wolfram Weimer für ausgeräumt erklärt. Das sieht die Opposition im Bundestag völlig anders.
Die Opposition im Bundestag hat Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) wegen des Vorwurfs der Vermischung wirtschaftlicher Interessen mit seinem politischen Amt heftig kritisiert. Die AfD erneuerte bei der Haushaltsdebatte des Bundestags ihre Rücktrittsforderung gegen Weimer.
Sein Fraktionskollege Matthias Helferich sagte, Weimer sei eine „Geisel seiner eigenen Geschäftspraktiken“. Er solle wieder Gedichte schreiben.
Anlass der Kritik am Ludwig-Erhard-Gipfel der Weimer Media Group: Gründer des Verlags sind Weimer und seine Frau Christiane Goetz-Weimer. An der jährlichen Veranstaltung am Tegernsee nehmen regelmäßig auch Bundesminister teil. Durch Recherchen des Portals „Apollo-News“ ist bekannt geworden, dass die Veranstalter des Ludwig-Erhard-Gipfels Unternehmen gegen Geld exklusiven Zugang zu Bundesministern versprechen.
In den offiziellen Verkaufsunterlagen ist von buchbaren „Paketen“ von bis zu 80.000 Euro die Rede. Das Paket „Mont Blanc“ wirbt etwa mit der Gelegenheit, „Einfluss auf die politischen Entscheidungsträger“ nehmen zu können. Die Unterlagen liegen t-online vor.
Die Opposition sieht das anders. „Zu glauben, als Kulturstaatsminister für Medien gleichzeitig Miteigentümer eines Medienunternehmens sein zu können, das wirft schon grundlegende Zweifel an Ihrem Amtsverständnis auf“, sagte Grünen-Politiker Sven Lehmann an Weimer gerichtet. Das „Basta“ des Kanzlers reiche hier nicht aus. Weimer habe bisher den Eindruck, dass er privatwirtschaftliche und politische Interessen nicht sauber trenne, nicht überzeugend ausgeräumt, so Lehmann. Er sprach von einem „schwarzen Filz“.











