OpenAI startet Angriff auf Google und DeepL

Neuer Übersetzungsdienst

ChatGPT Translate: OpenAI fordert Google und DeepL heraus


15.01.2026 – 15:27 UhrLesedauer: 2 Min.

ChatGPT bietet einen eigenständigen Übersetzungsdienst an. (Symbolbild) (Quelle: Westend61/imago-images-bilder)

OpenAI hat einen neuen Übersetzungsdienst gestartet. ChatGPT Translate soll Google und DeepL mit KI-Funktionen Konkurrenz machen – ist aber nicht komplett.

OpenAI hat einen eigenständigen Übersetzungsdienst veröffentlicht. Das Unternehmen positioniert ChatGPT Translate als Alternative zu den etablierten Tools Google Translate und DeepL und dringt damit in einen Markt vor, der nach Branchenschätzungen bis 2028 auf 5,73 Milliarden US-Dollar anwachsen soll. Das schreibt das IT-Portal „t3n“ unter Berufung auf den Dolmetscher- und Übersetzungsdienst Polilingua.

Der neue Dienst von OpenAI ist unter chatgpt.com/translate erreichbar und nutzt eine klassische Zwei-Fenster-Ansicht. Links geben Nutzer ihren Text ein, rechts erscheint die Übersetzung. Das Design erinnert stark an Google Translate. Zum Start werden mehr als 50 Sprachen unterstützt, eine automatische Spracherkennung ist integriert.

Der Unterschied zu herkömmlichen Übersetzern liegt in der Nachbearbeitung. Unter dem übersetzten Text bietet die Oberfläche Optionen an, mit denen sich der Tonfall ändern lässt. Nutzer können Inhalte geschäftlich-formell umschreiben lassen, sie für Kinder vereinfachen oder akademisch formulieren.

Wer eine dieser Funktionen wählt, wird in die reguläre ChatGPT-Oberfläche weitergeleitet. Dort übernimmt ein automatisch eingefügter Prompt die Anpassung. Die Funktion selbst ist nicht neu – ChatGPT beherrschte sie bereits zuvor. OpenAI hat sie nun unter einer separaten Oberfläche gebündelt.

Im Vergleich zu den etablierten Diensten bietet ChatGPT Translate eine deutlich geringere Sprachauswahl. Während Google Translate mehr als 200 Sprachen unterstützt und DeepL über 120 Sprachen anbietet, beschränkt sich OpenAI zum Start auf rund 50 Sprachen.

Auf Desktop-Computern unterstützt der Dienst derzeit zudem nur reine Textübersetzungen. Funktionen wie das Übersetzen von Dokumenten, Webseiten oder handgeschriebenen Notizen fehlen noch. Google Translate bietet diese Funktionen bereits seit Jahren an und hat sie erst im Dezember um eine verbesserte Verarbeitung von Redewendungen und Slang erweitert.

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