Deutscher profitiert von Disqualifikation

Olympiasieger Raimund holt ersten Weltcup-Sieg


Aktualisiert am 06.03.2026 – 16:38 UhrLesedauer: 2 Min.

Philipp Raimund bei seinem Sprung, der ihm den ersten Weltcup-Sieg bescherte. (Quelle: IMAGO/Emmi Korhonen/imago)

Die Skispringer feiern nach Olympia eine kuriose Rückkehr in den Weltcup. Der Sieger heißt zunächst und wie so oft Domen Prevc. Doch dabei bleibt es nicht.

Philipp Raimund hat beim ersten Springen nach den Olympischen Spielen seinen ersten Weltcup-Sieg gefeiert. Der Olympiasieger von der Normalschanze profitierte dabei von der Disqualifikation von Top-Favorit Domen Prevc und siegte im finnischen Lahti 25 Tage nach dem Gewinn der Goldmedaille.

Raimund flog auf 122,5 Meter, wurde in dem Mini-Wettkampf mit nur einem Durchgang allerdings von Prevc (129,0 Meter) übertroffen.

Prevc, Gewinner der Vierschanzentournee, feierte seinen vermeintlichen siebten Weltcup-Sieg in Folge aber zu früh, da er zu wenig Gewicht für seine Skilänge auf die Waage brachte. Zweiter wurde somit Daniel Tschofenig (Österreich) vor Wladimir Sografski aus Bulgarien, der es erstmals in seiner Karriere aufs Podium schaffte.

„Es hat natürlich einen leicht komischen Beigeschmack“, sagte Raimund nach seinem Sieg mit Verspätung im ZDF: „Es fühlt sich aber sehr gut an. Seit Olympia bin ich auf einem hohen Niveau und etwas befreiter. Ich bin heute sehr stolz.“ Zum aberkannten Sieg seines slowenischen Kontrahenten sagte der 25-jährige Deutsche: „Er war wohl 100 Gramm zu leicht, das passiert schnell. Wobei – ich bin eigentlich immer zwei Kilo zu schwer.“

Trotz der Disqualifikation ist Prevc der Sieg im Gesamtweltcup nicht mehr zu nehmen, weil Verfolger Ryōyū Kobayashi in Lahti nur Sechster wurde. Damit hat Prevc innerhalb von nur zwölf Monaten alle fünf großen Einzel-Titel seines Sports gewonnen. So schnell wie niemand vor ihm. Die „Big Five“, bestehend aus WM-Titel, Sieg bei der Vierschanzentournee, Sieg der Skiflug-WM, Olympiasieg und dem Gesamtweltcupsieg, hatte vor ihm nur der 2019 verstorbene Finne Matti Nykänen geholt.

Abgesehen von Raimund enttäuschten die DSV-Adler fast ausnahmslos. Pius Paschke war als Zwölfter zumindest im Soll, Karl Geiger (23.), Andreas Wellinger (38.), Luca Roth (41.) und Felix Hoffmann (44.) folgten weit zurück.

Der Wettkampf ersetzte das Ende November ausgefallene Springen in Kuusamo, wurde wegen des engen Zeitplans in Lahti aber nur in einem Durchgang durchgeführt. Am Samstag (17 Uhr/ZDF und Eurosport) folgt ein weiterer Einzelwettbewerb, am Sonntag steht ein Super Team auf dem Programm.

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