
Friesinger-Postma traut Sonnekalb viel zu
„Er kann Medaillen holen“
11.02.2026 – 08:19 UhrLesedauer: 3 Min.
Das deutsche Eisschnelllauf-Wunderkind Finn Sonnekalb ist bei Olympia mit dabei. Die dreifache Goldmedaillengewinnerin Anni Friesinger-Postma traut ihm viel zu und hat einen Rat für ihn.
Von Melanie Muschong (berichtet von den Olympischen Spielen) und Terje Henkes
Als Anni Friesinger-Postma 1998 das erste Mal bei den Olympischen Spielen in Nagano in Japan an den Start ging, war die frühere Eisschnellläuferin 21 Jahre alt und damit noch drei Jahre älter als Finn Sonnekalb heute. Das junge deutsche Eisschnelllauf-Talent wird in Mailand und Cortina d’Ampezzo das erste Mal bei Olympia dabei sein.
Eine neue Situation, mit der auch Druck einhergeht. Zumal es Sonnekalb Ende des vergangenen Jahres im Weltcup bereits mehrmals auf das Podest schaffte. Sowohl über die 1.500 Meter als auch über die 1.000 Meter konnte der 18-Jährige überzeugen. Nun für Deutschland an den Start gehen zu dürfen, ist für Sonnekalb, „das Größte, was man erreichen kann als Sportler“, wie er im Gespräch mit „Eurosport“ sagte.
Friesinger-Postma ist dreifache Olympiasiegerin und konnte damals in Nagano Bronze über die 3.000 Meter holen. Sie weiß, in welcher Lage sich Sonnekalb befindet. „Ich kann mich ein bisschen in die Situation von Finn hineinversetzen“, so die „Eurosport“-Expertin in einer Presserunde zu t-online: „Er ist Juniorenweltrekorde gelaufen. Das muss er als positiven Rückenwind mitnehmen und nicht als Ballast. Er soll genießen, er soll Spaß haben und er hat sich sicher das Ziel gesetzt, dass er mit Edelmetall nach Hause kommt.“
Bei den Olympischen Jugendspielen 2024 hat Sonnekalb drei Goldmedaillen gewonnen: über die 500 Meter, die 1.500 Meter und im Massenstart. „Ich finde es superspannend. Er hat sich kontinuierlich entwickelt“, stellt Friesinger-Postma fest. Bei Olympia will Sonnekalb „gute obere Platzierungen“ laufen, sagte er „Eurosport“. Auch in dem Wissen, dass er dies bereits im Weltcup gezeigt habe. „Ob es für ganz oben reicht, müssen wir gucken. Ich bin ganz gut in Form“, meinte die Nachwuchshoffnung zudem. Friesinger-Postma meint: „Den Druck haben die anderen.“
Friesinger-Postma hat Sonnekalb „schon lange im Blick“. Laut der sechzehnfachen Einzel- und Mehrkampfweltmeisterin seien solche Nachwuchstalente für die Sportart förderlich. Doch natürlich schöpfen die Fans durch die Auftritte des gebürtigen Erfurters auch Hoffnung. Die jüngste olympische Medaille, die ein deutscher Eisschnellläufer gewinnen konnte, liegt bereits Jahrzehnte zurück. Seitdem gelang keinem mehr das Kunststück, das Jens Boden 2002 in Salt Lake City mit Bronze über die 5.000 Meter schaffte.