
„Herz zweimal in einem Jahr herausgerissen“
Ex-Bundesliga-Trainer Glasner attackiert Vereinsführung
18.01.2026 – 11:32 UhrLesedauer: 3 Min.
Oliver Glasner echauffiert sich öffentlich über die Transferpolitik seines Klubs. Ob er die Spielzeit mit Crystal Palace beenden wird, ließ der Trainer dabei offen.
Lange Zeit sah es so aus, als würde Oliver Glasner als Trainer perfekt zu Crystal Palace passen. Im Februar 2024 heuerte der Österreicher in London an und bewahrte den Klub vor dem Abstieg. In der Folge entwickelte er das Team weiter und führte es 2025 zum Gewinn des FA Cups – der erste große Titel in der Historie des Vereins. Aktuell aber kracht es zwischen Trainer und Vereinsführung. Und das hat nicht einmal etwas mit seinem Abgang im Sommer zu tun.
Grund ist die Transferpolitik der Palace-Bosse. Kapitän Marc Guéhi steht unmittelbar vor einem Wechsel zu Manchester City, stand Glasner am Samstagabend bei der 1:2-Niederlage gegen den AFC Sunderland daher kurzfristig nicht mehr zur Verfügung. „Unseren Kapitän einen Tag vor einem Spiel zu verkaufen, da habe ich überhaupt kein Verständnis für“, ärgerte sich der Coach im Gespräch mit Sky.
Er habe erst am Freitag von dem bevorstehenden Deal erfahren. „Das ist das Schlimmste, was passieren kann. Niemand hat uns bis dahin etwas gesagt“, schimpfte Glasner. „Und ich musste vor der Mannschaft stehen und sagen, dass der Kapitän morgen nicht spielen wird.“
Für Glasner, der in der Vergangenheit auch den VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt trainiert hat, war es nicht die erste negative Erfahrung dieser Art in London. Bereits im Sommer musste er Offensivmotor Eberechi Eze ziehen lassen, der englische Nationalspieler wurde an Arsenal verkauft. „Wenn dir dein Herz zweimal in einem Jahr herausgerissen wird, zuerst mit Eze, einen Tag vor einem Spiel im Sommer, und mit deinem Kapitän einen Tag vor einem Spiel – das kann ich nicht verstehen“, legte der Österreicher nach.
Trotz seiner gut 30-jährigen Tätigkeit im Fußballgeschäft habe der Trainer „so etwas noch nie erlebt. Nun ist es zweimal in nur sechs oder sieben Monaten geschehen“. Wie lange Glasner noch als Trainer von Crystal Palace tätig sein wird, ließ er dabei selbst offen: „Ich brauche keine Unterstützung. Palace kann die Saison ruhig so beenden, mit Oliver Glasner oder einem anderen Trainer. Ich weiß es nicht, es ist mir egal.“ Was definitiv feststeht: Der Österreicher wird seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern, das teilte er am Freitag mit.