Zudem wurden Treibstofftanks, Lagerhäuser und Schiffe durch iranische Angriffe getroffen. Hier muss möglicherweise erst geräumt werden, damit die Durchfahrt gewährleistet werden kann. Dazu kommt, dass viele Versicherungen in der Region keine Schiffe mehr versichern wollen – und die, die es tun, haben die Prämien deutlich erhöht. Das dürfte sich laut dem „Economist“ nicht so bald ändern.
Ein weiteres Problem könnte sich daraus ergeben, dass ein Großteil der Tanker sich erst mal weit entfernt von der Golfregion befindet. Viele sind bei der Ölaufnahme in Amerika oder bei der Anlieferung in Asien. Diese Lieferungen müssten erst einmal abgeschlossen werden. Dies könnte bis zu 90 Tagen dauern.
Doch selbst wenn die Schiffe das Öl aus dem Golf transportieren und nach Asien bringen, steht es vor einer Herausforderung. Die dortigen Raffinerien haben teilweise ganze Anlagen stillgelegt, es wird acht Prozent weniger Öl verarbeitet. Es könnte Wochen dauern, bis diese wieder vollständig hochgefahren sind. Insbesondere Notabschaltungen können Monate in Anspruch nehmen, sagt Ajay Parmar, ehemaliger Ingenieur beim französischen Energiekonzern TotalEnergies, „bei „The Economist“. Dasselbe gelte für LNG- Regasifizierungsanlagen.
So dürfte es auch nach Kriegsende rund vier Monate dauern, bis sich der Energiemarkt wieder beruhigt. Die Folgen der gesunkenen Gesamtölmenge dürfte sich durch das Auffüllen von Reserven dagegen noch bis ins nächste Frühjahr ziehen.
