Mobilfunkstandard
O2 Telefónica gibt Termin für 2G-Abschaltung bekannt
01.06.2026 – 11:38 UhrLesedauer: 2 Min.
Auch der drittgrößte Anbieter verabschiedet sich vom veralteten Mobilfunkstandard 2G. Die Abschaltung betrifft nur noch wenige Nutzer.
Nach mehr als 30 Jahren verschwindet der veraltete Mobilfunkstandard 2G (GSM). Die Telekom schaltet ihr GSM-Netz zum 30. Juni 2028 komplett ab, Vodafone hatte angekündigt, sich im September desselben Jahres von 2G trennen zu wollen.
Jetzt hat der dritte große Mobilfunkanbieter O2 Telefónica das 2G-Aus mitgeteilt. In der zweiten Jahreshälfte 2028 soll es so weit sein, schreibt das Unternehmen. Einen genauen Zeitpunkt nennt O2 Telefónica nicht.
Freigewordene Frequenzen für 4G und 5G
Der Grund für die Abschaltung: 2G kann nur eine minimale Datenmenge transportieren. Für eine Mail ohne Anhang reicht es, für mehr nicht. 2G werde den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht, sagte O2-Technikchef Mallik Rao. „Heute bieten flächendeckende 4G- und 5G-Netze deutlich mehr Leistung für Streaming, mobiles Arbeiten und vernetzte Anwendungen.“
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Die frei werdenden Frequenzen will das Unternehmen deshalb auch für die derzeitigen Mobilfunkstandards 4G/LTE und 5G verwenden. „So verbessern wir unsere Netze genau dort, wo Menschen und Unternehmen sie jeden Tag brauchen“, so Rao weiter.
Das ändert sich für Verbraucher
Die Nachfolgetechnologie 3G wurde bereits 2021 abgeschaltet, 2G lief als eine Art Notfall- und Minimalnetz weiter: Wo das Handy sonst nichts empfing, sollten zumindest Anrufe und Kurznachrichten möglich sein.
Laut Bundesnetzagentur decken 2G-Antennen von mindestens einem Betreiber 99,78 Prozent der Fläche Deutschlands ab. Inzwischen ist der Ausbau mit modernen Antennen aber weit vorangeschritten, 4G-Antennen erreichen bereits 97,79 und 5G-Antennen 95,29 Prozent der Landesfläche.
Geräte rechtzeitig prüfen
Bis Ende 2028 dürften diese Werte weiter steigen – die Gefahr, dass Handynutzer wegen des 2G-Abschaltens im Funkloch landen, dürfte daher nicht allzu groß sein. Dass dies beim Waldspaziergang doch mal passiert, ist aber möglich. Denn ob dort, wo aktuell noch 2G funkt, in Zukunft 4G oder 5G funken, ist offen.
Dennoch: „Für die meisten Verbraucher ändert sich nichts, und sie können dem 2G-Ende in der Regel gelassen entgegensehen“, sagt Rao. Betroffen seien vor allem alte Geräte, die nur 2G unterstützten oder für Sprachverbindungen im 4G- oder 5G-Netz nicht ausgelegt seien.
O2 Telefónica empfiehlt betroffenen Kunden, ihre Geräte frühzeitig zu prüfen und auf geeignete Modelle umzusteigen. So bleibe mobile Telefonie auch nach Beginn der 2G-Abschaltung ohne Unterbrechung verfügbar.
