Alle 2 Jahre möglich
Krebsvorsorge: Nicht einmal jeder Dritte nutzt kostenloses Angebot
17.03.2026 – 12:38 UhrLesedauer: 3 Min.
Wird er frühzeitig erkannt, lässt sich Hautkrebs gut behandeln. Doch die meisten Menschen nehmen es mit der Vorsorge nicht zu ernst, wie eine neue Untersuchung zeigt.
Hautkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten in Deutschland – dabei lässt sich kaum eine andere Krebsform so leicht früh erkennen. Trotzdem verzichtet laut einer neuen Untersuchung ein Großteil der Deutschen auf die Möglichkeit eines regelmäßigen Hautscreenings.
Seit 2008 haben gesetzlich Versicherte über 35 Jahre die Möglichkeit zu einem kostenlosen Hautkrebs-Screening. Der neue Arztreport der Barmer zeigt aber: Nicht einmal ein Drittel (28 Prozent) hat von dieser Möglichkeit zuletzt Gebrauch gemacht. Rund 47 Millionen Versicherte hatten laut Barmer in den Jahren 2022 und 2023 ein Anrecht auf das Hautkrebs-Screening. Doch lediglich 13,1 Millionen Menschen nahmen diese Möglichkeit wahr.
Die Untersuchung zeigt: Vor allem ältere Menschen nutzen das Hautkrebs-Screening. So lag die Teilnehmerrate bei Männern zwischen 80 und 84 Jahren bei 33,7 Prozent, bei Frauen in der gleichen Altersgruppe betrug sie 29,9 Prozent. Zum Vergleich: Bei Frauen zwischen 35 und 39 Jahren nahm nicht einmal jede Vierte teil, bei jungen Männern nicht einmal jeder Fünfte. Nicht nur das Alter, auch der Bildungshintergrund spielt offenbar eine Rolle: „Dass die Screenings gerade von Menschen mit geringerer formaler Bildung deutlich seltener genutzt werden, ist ein Warnsignal“, schreibt Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer.
Die Hautkrebs-Untersuchungen werden sowohl von Dermatologen als auch Hausärzten mit spezieller Qualifikation durchgeführt. Nicht jeder Hausarzt bietet diese Leistung jedoch an – dies sollten Sie im Vorfeld entsprechend abklären. Ein konkreter Verdacht auf Hautkrebs ist dabei keine Voraussetzung.
Bei der Untersuchung begutachtet der Arzt die Haut am gesamten Körper. Neben gut sichtbaren Hautpartien werden auch versteckte Bereiche wie Kopfhaut, Ohren, Mundschleimhäute, äußere Genitalbereiche und Zehenzwischenräume untersucht. Dabei nutzt der Arzt entweder sein geschultes Auge oder für tiefere Hautschichten ein sogenanntes Dermatoskop, eine spezielle Lupe. Stellt er bei der Untersuchung auffällige Hautveränderungen fest, kann eine Gewebeprobe entnommen werden. In der Regel dauert die Untersuchung inklusive Vor- und Nachgespräch rund 15 Minuten.
Regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen für unter 35-Jährige werden von den Krankenkassen meistens nicht übernommen. Hier lohnt es sich aber genau hinzuschauen: Denn manche Krankenkassen übernehmen den Hautkrebs-Check als Zusatzleistung auch für Jüngere.
