Studie zu Nikotinbeuteln

Jede siebte Packung ist eine Fälschung

03.03.2026 – 08:00 UhrLesedauer: 2 Min.

Ob Zyn von Philip Morris oder Velo von BAT: Tabakkonzerne kritisieren, dass aufgrund der unklaren Rechtslage viele Fälschungen von Pouches im Umlauf seien. (Quelle: Wolf von Dewitz/dpa/dpa-bilder)

Nikotinbeutel sind in Deutschland rechtlich umstritten – verkauft werden sie dennoch. Eine neue Studie kommt zu dem Ergebnis, dass ein erheblicher Teil der Produkte gefälscht ist.

Eine bundesweite Untersuchung hat ergeben, dass tabakfreie Nikotinbeutel, sogenannte Pouches, trotz eines sogenannten de-facto Verbots in Deutschland in vielen Geschäften erhältlich sind. Zudem soll ein erheblicher Teil der Produkte Fälschungen sein. Das geht aus einer Studie des Marktforschungsinstituts Ipsos hervor, die im Auftrag von Philip Morris International durchgeführt wurde, und t-online vorliegt.

Für die Erhebung untersuchte Ipsos nach Unternehmensangaben im Juli und August 2025 insgesamt 1.256 kleine unabhängige Verkaufsstellen und Tabakfachgeschäfte in 24 Städten. In 15,8 Prozent der Geschäfte seien tabakfreie Nikotinbeutel angeboten worden .

Nach forensischen Stichproben seien ein Drittel der untersuchten Produkte Fälschungen gewesen. Bezogen auf die Gesamtstichprobe entspreche das 13,6 Prozent oder etwa jeder siebten Packung . Für Händler und Käufer sei meist nicht erkennbar, ob es sich um ein Originalprodukt oder eine Fälschung handle, heißt es in der Mitteilung.

Tabakfreie Nikotinbeutel enthalten Nikotin, aber keinen Tabak. Verschiedene Gerichte und Behörden stufen sie laut Mitteilung rechtlich als Lebensmittel ein. Dadurch gelten sie in Deutschland faktisch als nicht verkehrsfähig.

Diese unklare Rechtslage kritisiert auch Thomas Liebel, Bundesvorsitzender der BDZ Deutsche Zoll- und Finanzgewerkschaft: „Die Nachfrage existiert und wird über den Schwarzmarkt bedient. Was es braucht, ist eine klare Regulierung tabakfreier Nikotinbeutel, die den Beamtinnen und Beamten von Kontroll- und Sicherheitsbehörden die entlastende Rechtssicherheit verschafft.“

Philip Morris sowie Branchenverbände und die Zollgewerkschaft sprechen sich in der aktuellen Mitteilung für eine Regulierung im Tabakrecht aus. Nur so ließen sich Schwarzmarkt und Produktfälschungen eindämmen, heißt es .

Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung konsumierten im Jahr 2022 rund zwei Prozent der Bevölkerung regelmäßig Nikotinbeutel, 14 Prozent hätten sie zumindest ausprobiert .

Die Studie wurde von einem Tabakkonzern in Auftrag gegeben. Unabhängige aktuelle behördliche Zahlen zur Verbreitung gefälschter Nikotinbeutel liegen bislang nicht vor.

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