Kommunalwahlen in Niedersachsen
AfD verliert alle Stichwahlen klar – Grüner triumphiert
27.09.2026 – 21:33 UhrLesedauer: 2 Min.
In drei Stichwahlen hat die AfD Chancen auf ein erstes kommunales Spitzenamt in Niedersachsen. Alle drei gehen klar verloren. In Hannover setzt sich der Amtsinhaber durch.
Der Grünen-Politiker Belit Onay hat sich in der Stichwahl klar durchgesetzt und bleibt Oberbürgermeister in Hannover – die AfD dagegen verpasst ihr erstes kommunales Spitzenamt in Niedersachsen deutlich. Onay setzte sich mit 61,5 Prozent gegen den SPD-Kandidaten Axel von der Ohe mit 38,5 Prozent durch, wie aus dem vorläufigen Ergebnis der Stadt hervorgeht.
Onay regiert in Hannover seit 2019. Zuvor war die niedersächsische Landeshauptstadt lange in SPD-Hand. Schon im ersten Wahldurchgang vor zwei Wochen hatte Onay bereits fast die absolute Mehrheit errungen mit 45,6 Prozent. Von der Ohe kam damals mit 21,5 Prozent auf weniger als die Hälfte.
Der alte und neue Oberbürgermeister sagte der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ nach seinem Wahlsieg: „Wir sind mit einem guten Gefühl in den Wahlkampf um die Stichwahl gegangen, aber klar ist auch: Wir fangen bei einer Stichwahl alle wieder bei null an.“ Die Motivation sei durch das gute Ergebnis im ersten Wahlgang sehr hoch gewesen. „Wir sagten uns: jetzt erst recht.“
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„Der Auftrag heißt Grün-Rot“
Der geschlagene Sozialdemokrat von der Ohe sagte: „Ich empfehle meiner Partei, der SPD, dass sie dieses Ergebnis auch innerlich annimmt und ab morgen mitmacht in der konstruktiven Gestaltung dieser Stadt.“ OB- und Ratswahl hätten einen klaren Auftrag gegeben: „Der Auftrag heißt Grün-Rot. Das sollten wir annehmen“, sagte der 49-Jährige.
Zwei Wochen nach den ersten Entscheidungen bei den Kommunalwahlen wurden in 123 Stichwahlen hauptamtliche Spitzenbeamte wie Bürgermeister und Landräte bestimmt. Gewählt wurden sie für die nächsten acht Jahre. Alle Ergebnisse gelten zunächst als vorläufige amtliche Endergebnisse.
AfD in drei Stichwahlen vertreten
Die AfD war in drei Stichwahlen vertreten – die sie jedoch allesamt verlor. In der kreisfreien Stadt Salzgitter setzte sich der CDU-Politiker Frank Klingebiel gegen die AfD-Kandidatin Patricia Mair durch. Klingebiel – bereits seit 2006 als Oberbürgermeister im Amt – erhielt der Ergebnisseite der Stadt zufolge 74,7 Prozent der Stimmen. Mair kam auf 25,3 Prozent.
Bereits im ersten Durchgang vor zwei Wochen hatte Klingebiel in der Stadt mit gut 100.000 Einwohnern klar vorn gelegen, 45,6 Prozent der Stimmen reichten aber nicht für die direkte Wahl. Mair hatte 25,7 Prozent erreicht.
In der Kleinstadt Munster im Heidekreis wurde die Einzelbewerberin Anna Adamczak mit 80,48 Prozent der Stimmen als Bürgermeisterin gewählt. Der AfD-Bewerber Christoph Weynand erreichte 19,52 Prozent. In Bockenem (Landkreis Hildesheim) setzte sich der Einzelbewerber Jens Lüer mit 69,6 Prozent gegen den AfD-Kandidaten Felix Mull mit 30,4 Prozent durch.
