Abkehr von US-Firmen
Niederländische Zentralbank setzt auf Lidl-Cloud
22.04.2026 – 11:09 UhrLesedauer: 2 Min.
Die niederländische Zentralbank DNB will ihre Abhängigkeit von US-Cloud-Anbietern verringern. Künftig will das Finanzinstitut auf eine Lösung der Schwarz Gruppe setzen.
Auch die Zentralbank der Niederlande, De Nederlandsche Bank (DNB), will auf Lösungen von US-Firmen verzichten und setzt auf eine Cloud-Lösung des Lidl-Mutterkonzerns Schwarz Gruppe. Das schreibt die niederländische Tageszeitung „De Telegraaf“ und beruft sich auf einen Sprecher der DNB.
Die Entscheidung sei nicht überraschend, heißt es. Bereits im vergangenen Oktober habe DNB-Direktor Steven Maijoor mitgeteilt, auf eine europäische Cloud umsteigen zu wollen. Gleichzeitig habe er eingeräumt, dass europäische Lösungen „noch nicht so leistungsstark und qualitativ hochwertig“ wie die von US-Konzernen seien.
Die Digitalsparte der Schwarz Gruppe, Schwarz Digits, will sich als europäische Alternative zu Cloud-Computing-Marktführern aus den USA aufstellen. Vor wenigen Wochen erst hatte das Unternehmen angekündigt, elf Milliarden Euro in ein neues Rechenzentrum in Lübbenau im brandenburgischen Spreewald investieren zu wollen.
Schwarz Digits wirbt damit, dass Daten ausschließlich unter europäischem Recht gespeichert werden. US-Anbieter unterliegen dagegen dem sogenannten Cloud Act, der Zugriff durch US-Behörden erlaubt.
Die Plattform wird bereits von Unternehmen wie Lidl, Kaufland und der Deutschen Bahn genutzt. Zudem investiert die Schwarz Gruppe Milliardenbeträge in neue Rechenzentren und arbeitet mit Partnern wie der Deutschen Telekom an europäischen IT-Lösungen.
