Blutzucker messen beim Arzt: Diese Untersuchungen gibt es
Um erhöhten Zuckerwerten frühzeitig auf die Schliche zu kommen, gibt es im Rahmen der Früherkennungsuntersuchungen den Check-up 35. Ab dem 35. Lebensjahr übernehmen die Krankenkassen alle zwei Jahre die Kosten für die Gesundheitsuntersuchung. Hierbei geben Blut- und Urinproben wichtige Hinweise auf möglicherweise vorliegende Stoffwechselstörungen. Wer zwischendurch wissen möchte, wie es um seine Zuckerwerte bestellt ist, kann ebenfalls zum Arzt gehen. Auch viele Apotheken bieten ihren Kunden an, den Blutzucker zu messen.
Blutzucker messen zu Hause: Zuerst zum Arzt gehen
Bequemer ist die Messung in den eigenen vier Wänden. Möchten Sie Ihre Werte regelmäßig zu Hause ermitteln, lassen Sie sich zuvor von einem Arzt erklären, worauf Sie achten müssen, damit Ihre Messergebnisse verwertbar sind, und welche Messmethode für Sie am besten geeignet ist.
Die durch eine Urinprobe ermittelten Werte beispielsweise sind etwas ungenauer als die durch einen Blutstropfen ermittelten. Daher müssen Diabetespatienten ihren Blutzuckerspiegel immer mithilfe einer Blutprobe bestimmen. Die selbstständigen Messungen sind eine gute Ergänzung zu den Arztbesuchen, ersetzen können die Selbsttests diesen aber nicht.
Tipps für die Blutzuckermessung zu Hause
Wer den Blutzucker zu Hause über eine Blutprobe messen möchte, muss zuerst gründlich seine Hände waschen. Rückstände können die Ergebnisse sonst verfälschen. Eine kurze Massage des Fingers fördert die Durchblutung. Am einfachsten lässt sich der Blutstropfen aus der seitlichen Fingerkuppe entnehmen – und weniger schmerzhaft ist es auch. Nach dem Einstich sollte der erste Blutstropfen mit einem Tupfer abgewischt werden. Dann die Fingerkuppe sanft drücken und den frischen Blutstropfen auf den Teststreifen geben.
Bei der Ermittlung der Werte über eine Urinprobe ist wichtig zu wissen, dass der Teststreifen in der Regel erst bei erhöhten Werten über 180 mg/dl (10 mmol/l) reagiert. Wer dennoch mit Urinproben arbeiten möchte, sollte ebenfalls mit seinem Arzt besprechen, worauf es bei der Anwendung ankommt. Der Morgenurin beispielsweise ist für die Messung nicht geeignet. Schlägt der Teststreifen an, sollte auf jeden Fall ein Arzttermin vereinbart werden.
Diese Werte müssen Sie kennen
Bei Menschen ohne Diabetes liegt der Zuckerwert im Blut im nüchternen Zustand, also nach etwa zehn Stunden ohne Essen, unter 100 Milligramm pro Deziliter (mg/dl) beziehungsweise unter 5,6 Millimol pro Liter (mmol/l). Bekommt der Körper Essen zugeführt, steigt der Blutzuckerwert in der Regel nicht über 140 mg/dl (7,8 mmol/l).
Auf einen Prädiabetes, also eine Vorstufe des Typ-2-Diabetes, weist ein Nüchternwert zwischen 100 und 125 mg/dl (5,6 bis 6,9 mmol/l) hin. Ein Diabetes liegt ab einem Nüchternblutzuckerwert von 126 mg/dl (7,0 mmol/l) vor. Wird der Blutzuckerwert nicht nüchtern, sondern zu einer beliebigen Tageszeit gemessen, liegt der Grenzwert bei 200 mg/dl (11,1 mmol/l). Übrigens: Eine Unterzuckerung tritt auf, wenn der Blutzuckerspiegel unter den Normwert von 70 mg/dl (3,9 mmol/l) sinkt.
