Nicht jeder darf es haben
Neues Kennzeichen ist selten zu sehen – das steckt dahinter
08.11.2026 – 19:09 UhrLesedauer: 2 Min.

Neben „M“ und „MUC“ gibt es seit Anfang 2026 auch das Kürzel „MU“. Doch nicht jeder darf das neue Münchner Kennzeichen haben.
Nicht ein, nicht zwei, sondern gleich drei Münchner Kennzeichen gibt es. Nachdem Ende 2023 zusätzlich zum gängigen „M“-Kennzeichen in der bayerischen Landeshauptstadt auch das Kürzel „MUC“ eingeführt worden war, kam Anfang dieses Jahres noch „MU“ hinzu. In München selbst sieht man das neuste der drei Kennzeichen aber nur vereinzelt auf den Straßen.
Denn Einwohner der Stadt München können es gar nicht beantragen. Der Grund: „MU“ steht für „Münchner Umland“. Das Kürzel ist somit Fahrzeughaltern vorbehalten, die ihren Wohn- beziehungsweise Firmensitz im Landkreis München haben, wie eine Sprecherin des Landratsamts München auf Nachfrage der Lokalredaktion von t-online erklärt.
So viele „MU“-Kennzeichen wurden bislang vergeben
Was „MU“ in München zudem so selten macht: Das Kürzel ist bislang vergleichsweise wenig gefragt. Seit Einführung am 19. Januar wurden exakt 10.096 „MU“-Kennzeichen zugeteilt, wie die Sprecherin mitteilte (Stand: 5.11.2026). Im selben Zeitraum seien im Landkreis 93.376 „M“-Nummernschilder ausgegeben worden.
Nimmt man die Autos hinzu, die bereits vor 2026 im Landkreis und der Stadt München mit einem „M“ oder einem „MUC“ auf dem Nummernschild zugelassen wurden, ist der Anteil von „MU“-Kennzeichen folglich verschwindend gering. So wurden in München 2025 allein über 192.000 Fahrzeuge erstmalig zugelassen, wie aus Daten des Statistischen Amts München hervorgeht.
Nötig wurde die Einführung von „MU“, weil immer mehr „M“-Kennzeichen aus verschiedenen Gründen dauerhaft nicht zur Verfügung stünden, erklärte die Sprecherin. So könnten Fahrzeughalter ihr Kennzeichen beispielsweise bei einem Umzug in eine andere Stadt oder einen anderen Landkreis behalten. Weiterhin würden jährlich rund 45.000 Kennzeichen reserviert und gestohlene oder verlorene Kennzeichen für zehn Jahre gesperrt.
Neben „MU“ und „M“ stehen Landkreisbewohnern – „in sehr beschränkter Anzahl“, wie es heißt – auch die Kennzeichen „WOR“ (Wolfratshausen) und „AIB“ (Bad Aibling) zur Verfügung. Dies liegt daran, dass Gebiete dieser im Jahr 1972 aufgelösten Landkreise im Rahmen der damaligen Gebietsreformen an den Landkreis München gefallen sind. Das zweite Münchner Kennzeichen „MUC“ ist hingegen Bürgern der Landeshauptstadt vorbehalten.
Diese „MU“-Kombinationen sind besonders beliebt
Besonders beliebt bei Nummernschildern mit dem Kürzel „MU“ sind nach Angaben des Landratsamts Kombinationen wie „MU-T“, „MU-H“, „MU-SI“, „MU-C“, „MU-MM“ und „MU-MU“. Hinzu kämen Zahlenkombinationen wie 911 (Porsche), 1860 und Schnapszahlen. Häufig wünschten sich die Halter auch ihre Initialen sowie Zahlen zum Geburtsdatum oder zu Jubiläen.
Nicht möglich seien Kombinationen mit den Buchstaben Q und Y, da diese Großkunden vorbehalten seien, erklärte die Sprecherin. Zudem würden keine sittenwidrigen Kennzeichen ausgegeben – etwa mit Kürzeln wie HJ, KZ, NS, SA und SS sowie Kombinationen wie AH (für Adolf Hitler) oder HH (für Heil Hitler) in Verbindung mit den Zahlen 18, 28, 33 oder 1933.
