Was sagt Dobrindt zu Russland?

Bei der Frage nach einer möglichen russischen Urheberschaft blieb Dobrindt zurückhaltend. Bei Cyberangriffen sei eine Urheberschaft in Russland bereits nachgewiesen worden. Im Fall Leipzig/Halle müssten die Sicherheitsbehörden dagegen zunächst Beweise sammeln. „Erst wird der Beweis erbracht, dann wird die Zuweisung stattfinden“, sagte der Innenminister. Verdachtsmomente allein reichten nicht aus.

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) verwies zugleich auf Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Dieser habe gezeigt, dass Drohnen immer leistungsfähiger würden und neue Fähigkeiten bekämen. Damit wüchsen auch mögliche Bedrohungsszenarien.

Wettrüsten bei Drohnentechnik

Dobrindt sprach in seiner Rede von einem „Wettrüsten“ zwischen Drohnenabwehr und Technologien, die diese Abwehr überwinden sollen. Partner aus Israel und der Ukraine berichteten von Innovationszyklen von lediglich acht bis zwölf Wochen. Die Abwehr müsse mit diesem Tempo Schritt halten.

Cochstedt soll dabei primär den Praxistest ermöglichen. Unternehmen und Sicherheitsbehörden können dort neue Technologien unter möglichst realistischen Bedingungen erproben und weiterentwickeln.

Am DLR-Standort Cochstedt arbeiten nach Angaben von Vorstandschefin Anke Kaysser-Pyzalla derzeit dauerhaft rund 40 Menschen. Die Zahl soll künftig auf 65 steigen. Bei größeren Übungen waren demnach bereits bis zu 250 Vertreter von Bundeskriminalamt, Bundes- und Landespolizei, Bundeswehr und weiteren Stellen gleichzeitig vor Ort.

In Cochstedt sollen neue Technologien zur Erkennung und Abwehr von Drohnen erprobt werden. (Quelle: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa/dpa-bilder)

Mehr Kräfte für die Drohnenabwehr

Auch die Bundespolizei soll ihre Fähigkeiten ausbauen. Die mobile Drohnenabwehreinheit werde auf 300 Einsatzkräfte verdoppelt, kündigte Dobrindt an. Sie soll mit moderner Technik von mehr Standorten aus in Deutschland eingesetzt werden können.

Hinzu kommt ein gemeinsames Drohnenabwehrzentrum von Bund und Ländern, in dem Sicherheitsbehörden und Bundeswehr zusammenarbeiten. Das Technologiezentrum in Cochstedt bildet als Forschungs- und Entwicklungsstandort die dritte Säule dieser Strategie.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) verwies auf mögliche Gefahren für die kritische Infrastruktur im Land. Sachsen-Anhalt etwa verfüge über mehrere große Chemieparks. Allein der größte umfasse rund 13 Quadratkilometer chemischer Industrie. Auch dort müsse man sich Gedanken darüber machen, was passiere, wenn Drohnen für Angriffe eingesetzt würden.

Für Schulze steht Cochstedt zugleich für den Wandel eines Standorts, den er seit seiner Kindheit kennt. Er wuchs nach eigenen Angaben nur wenige Kilometer entfernt auf. Zu DDR-Zeiten – vor rund 40 Jahren – war das Gelände laut Schulze noch militärisches Sperrgebiet. Nach der Wiedervereinigung folgten verschiedene Versuche einer zivilen Nutzung. Mit dem heutigen Forschungsstandort sieht er Sachsen-Anhalt bei der Drohnentechnologie „in der Champions League“.

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