Neue Dokumente gefunden

Erschossene Hitler-Nichte: Die Zweifel werden lauter


22.09.2026 – 16:49 UhrLesedauer: 2 Min.

Adolf Hitler (r.) und seine Nichte Geli Raubal (Archivbild): Nach offizieller Darstellung soll die junge Frau 1931 Suizid begangen haben. (Quelle: IMAGO/imago)

Wie starb Adolf Hitlers Nichte Geli Raubal? Neu ausgewertete Dokumente säen erneut Zweifel an ihrem angeblichen Selbstmord.

Adolf Hitlers Nichte Geli Raubal wurde am 19. September 1931 tot in der Wohnung Hitlers in München entdeckt – erschossen, so lautete die offizielle Darstellung, bis heute ist von einem Suizid die Rede. Hitler selbst soll ein Alibi für den Tatzeitraum gehabt haben. Doch neue Dokumente, über die der „Spiegel“ am Dienstag berichtete, erschüttern diese Darstellung nun.

Der bisherigen Darstellung zufolge hatte Hitler München am Nachmittag des 18. September in Richtung Nürnberg verlassen. Zuvor hatte er seine Nichte demnach noch lebend gesehen, es soll zu einem Streit zwischen den beiden gekommen sein. Raubal habe sich nach seiner Abreise mit einer Pistole erschossen, hieß es laut „Spiegel“ im Polizeibericht der Direktion München vom 28. September 1931.

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Doch neue Unterlagen, die der Historiker Harald Sandner im Staatsarchiv und im Münchner Stadtarchiv einsehen konnte, erschüttern diese Darstellung. Zwei Todesanzeigen und der Eintrag im Sterberegister des Standesamts München II datieren die Entdeckung der Leiche Geli Raubals demzufolge auf Freitag, den 18. September 1931, um 10.15 Uhr, also einen Tag früher als bisher bekannt. Hitler hätte demzufolge kein Alibi mehr für den Freitagvormittag.

Hitlers Nichte: Wurden die Daten gefälscht?

Wie der Widerspruch zu den Daten aus dem Polizeibericht zustande kam, blieb zunächst offen. Sandner sehe im behördlichen Umgang mit dem Fall Indizien für eine mögliche Vertuschung, heißt es im „Spiegel“-Bericht. Die Leiche war damals trotz der offensichtlichen Schussverletzung nicht obduziert worden. Sandner verwies darauf, dass in der Münchner Polizei 1931 auch NS-nahe Beamte arbeiteten. Ein mögliches Motiv wäre gewesen, Hitler ein Alibi zu verschaffen. Beweisen lasse sich eine Manipulation aber nicht.

Um das Verhältnis von Adolf Hitler zu seiner Nichte gibt es seit Jahrzehnten Gerüchte. So hatte es immer wieder geheißen, Raubal sei die Geliebte des späteren Diktators. Belegen ließ sich das nie.

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