Ungewöhnliche Idee

Mysteriöse Box mit Krimskrams: Das steckt dahinter


11.04.2026 – 18:23 UhrLesedauer: 2 Min.

Tauschkiste am Arnimplatz: Die erste „Trinket Box“ in Prenzlauer Berg war nach kurzer Zeit verschwunden. (Quelle: Malina Florentine Sternberg)

Im Norden Berlins hängt plötzlich eine seltsame Kiste an einer Laterne. Kurze Zeit später ist sie wieder weg. Am Potsdamer Platz gibt es eine neue Box. Was es damit auf sich hat.

Alles, was blieb, waren zwei abgerissene Metallschellen. Es muss viel Kraft dazugehört haben, um die etwa schuhkartongroße Plastikbox, die mit den Schellen an einer Laterne befestigt war, abzureißen. Nur wenige Tage lang hatte die sogenannte „Trinket Box“ ihren Zweck erfüllt. Die kleine Kiste war als Tauschbox gedacht: Wer eine Kleinigkeit hineinlegte, durfte sich einen anderen Gegenstand herausnehmen. Jetzt ist die Box verschwunden.

Dass sie nur etwa zwei Wochen im Park am Arnimplatz in Prenzlauer Berg hing, scheint die Initiatorin der Aktion nicht zu stören. „Ich hatte das schon erwartet“, sagt Malina Florentine Sternberg. Das Risiko, dass jemand die Box zerstören und entwenden könnte, sei ihr bewusst gewesen. Doch sie habe in den sozialen Netzwerken Videos und Bilder von „Trinket Boxen“ in anderen Ländern gesehen und die Idee der Tauschkiste daraufhin unbedingt nach Deutschland bringen wollen, sagt sie.

Der englische Begriff „Trinket Box“ bedeutet übersetzt so viel wie „Schmuckschatulle“. Allerdings lässt sich „Trinket“ auch mit „Krimskrams“ übersetzen. Ein Armband, ein kleines Kuscheltier, ein Stift – der Bezeichnung entsprechend lagen in Sternbergs Box stets kleine Gegenstände, die eigentlich niemand gerade unbedingt benötigt.

Und doch hätten sie ausgereicht, um die Menschen im Kiez zum Tauschen zu animieren und an der Box in Kontakt miteinander zu bringen, so Sternberg. „Wir hängen alle zu viel an unseren Handys. Die ‚Trinket Box‘ ist mal eine coole und beliebte Offline-Erfahrung“, sagt sie über ihre Motivation.

Wer während ihrer kurzen Lebensdauer immer mal wieder einen Blick in die Box am Arnimplatz geworfen hat, konnte sehen: Die Menschen im Kiez schienen das Angebot angenommen zu haben. Denn regelmäßig lagen nach einiger Zeit vollkommen andere Mini-Dinge in der Kiste. Sogar Warteschlangen gab es laut Sternberg an ihrer „Trinket Box“: „Die Leute stehen traditionell vor dem Berghain in der Schlange, und dann standen sie plötzlich an meiner Box.“

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