Neue Studie mit überraschendem Ergebnis: Vollzeitjob macht glücklicher

Auch das Alter spielt eine wichtige Rolle für die Lebenszufriedenheit. Besonders junge Erwachsene berichten von vergleichsweise hohen Werten. In dieser Phase wirken häufig Aufbruchsstimmung und Zukunftserwartungen positiv auf das subjektive Wohlbefinden.

In der mittleren Lebensphase sinkt die Zufriedenheit hingegen deutlich. Menschen zwischen 40 und 60 erreichen im Durchschnitt niedrigere Werte als jüngere und ältere Altersgruppen. Die Studie bestätigt damit einen sogenannten U-förmigen Verlauf, der seit Jahren in der Forschung beobachtet wird. Als mögliche Gründe gelten beruflicher Leistungsdruck, finanzielle Belastungen sowie familiäre Verantwortung, etwa für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige.

Ab dem Rentenalter steigt die Lebenszufriedenheit wieder an. Menschen im Ruhestand erreichen erneut überdurchschnittliche Werte. Die Autorinnen führen das auf eine „Renteneuphorie“ zurück, die sie auf einen Rückgang des Verantwortungs- und Leistungsdrucks im beruflichen und familiären Bereich zurückführen.

Auffällig ist jedoch: Ältere Menschen, die auch nach Erreichen der Regelaltersgrenze freiwillig weiterarbeiten („Silver Worker“), erreichen im Durchschnitt eine höhere Lebenszufriedenheit als reine Ruheständler. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein höherer Umfang der Erwerbsarbeit tendenziell mit einer höheren Lebenszufriedenheit einhergeht, schreiben die Autorinnen.

In der Studie zeigt sich ferner ein psychologischer Faktor als besonders einflussreich: die internale Kontrollüberzeugung. Gemeint ist das Gefühl, das eigene Leben durch eigenes Handeln beeinflussen zu können. Erfasst wurde sie über Selbstauskünfte, etwa dazu, ob Befragte angeben, ihr Leben selbst in der Hand zu haben oder ob sie sich eher von äußeren Umständen wie Zufall oder Entscheidungen anderer abhängig fühlen.

Der Unterschied ist deutlich messbar: Befragte mit stark ausgeprägter internaler Kontrollüberzeugung erreichen durchschnittliche Zufriedenheitswerte von rund 8,5 Punkten. Bei Menschen mit überwiegend externaler Kontrollüberzeugung – also dem Gefühl, dem Schicksal oder anderen ausgeliefert zu sein – liegt der Wert nur bei etwa 5,3 Punkten. Vereinfacht gesagt: Wer glaubt, durch eigenes Handeln etwas bewirken zu können, bewertet sein Leben deutlich positiver. Der Zusammenhang ist stärker ausgeprägt als bei vielen klassischen Faktoren wie Einkommen oder Alter.

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